Angriffskrieg
Ukraine meldet Tote durch russische Angriffe - geringe Erwartungen an neue Gespräche unter US-Vermittlung

Der Kreml ist nach eigener Aussage bereit, ab Mitte November mit den USA und der Ukraine über den eigenen Angriffskrieg zu sprechen. Ungeachtet dessen setzt die russische Armee ihre Angriffe fort. Nach ukrainischen Angaben wurden sieben Menschen getötet.

    Ukrainische Feuerwehrleute durchsuche Trümmer eines Hauses nach einem russischen Raketenangriff in Kiew.
    Ukrainische Feuerwehrleute nach einem russischen Raketenangriff in Kiew. (AFP / GENYA SAVILOV)
    Wie Präsident Selenskyj mitteilte, zielten die Angriffe auf verschiedene Regionen, vor allem aber auf die Hauptstadt Kiew. Es seien Wohnhäuser, die Energieversorgung, die Infrastruktur eines Bahnhofs und der Metro, Einkaufszentren sowie Unternehmen getroffen worden. Selenskyj sprach von einem demonstrativen Schlag Moskaus nach den Verhandlungen vom Vortag. 
    Weitere Angriffe trafen Ziele in den Regionen Charkiw und Odessa. Russland meldete seinerseits ukrainische Drohnenangriffe auf die Stadt Moskau. Zwei Menschen seien durch Trümmerteile verletzt worden.

    Ex-Botschafter Wittig: Kein Durchbruch zu erwarten

    Russland hatte sich gestern bereit erklärt, Gespräche mit der Ukraine und den USA über die Zeit nach einem Kriegsende wiederaufzunehmen. Sie sollen ab Mitte November stattfinden. Der ehemalige deutsche Botschafter in Washington, Wittig, erwartet von den Dreierverhandlungen keinen Durchbruch. Wittig sagte im Deutschlandfunk, die Beratungen seien lediglich auf Expertenebene geplant. Zudem habe die russische Seite sofort zu verstehen gegeben, dass es nicht um ein Ende des Krieges gehe und noch nicht einmal um einen Waffenstillstand, sondern um den Aufbau eines Sicherheitssystems nach dem Ende des Krieges.
    Die Ukraine dringt weiterhin auf eine Waffenruhe. Präsident Selenskyj sagte dem US-Sender Fox News, ein erster Schritt zu diesem Ziel könne es sein, die aktuelle Frontlinie einzufrieren. Russland kontrolliert Gebiete im Osten der Ukraine.

    Grüne: Merz soll sich in den USA für uneingeschränkten Zugriff der Ukraine auf Starlink einsetzen

    Die Grünen forderten Bundeskanzler Merz auf, bei der US-Regierung auf eine weitere Unterstützung für die Ukraine zu dringen. Fraktionschefin Haßelmann sagte den Funke-Medien, Präsident Trump breche Zusagen und schwäche die Ukraine in unverantwortlicher Weise. Merz müsse sich gemeinsam mit europäischen Regierungschefs dafür einsetzen, dass Kiew wieder uneingeschränkten Zugriff auf das Satellitensystem Starlink bekomme. Zudem müsse die US-Regierung zugesagte Abwehrraketen zur Verteidigung der Ukraine freigeben.
    Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte für die Drosselung von Starlink sowie für die Verzögerungen bei der Lieferung von Abfangraketen die US-Regierung verantwortlich gemacht. Diese weist das zurück.

    Mehr zum Thema:

    Ukraine-Kurs von US-Präsident Trump: Zahlreiche Republikaner sind empört
    Diese Nachricht wurde am 22.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.