
5.000 weitere wurden verletzt. Die Regierung in Caracas machte jedoch keine Angaben zur Zahl der Vermissten, die in die Zehntausende geht. Es handelte sich um das schwerste Erdbeben in dem südamerikanischen Land seit mehr als einem Jahrhundert.
Die direkt aufeinanderfolgenden Erdbeben haben ganze Wohnviertel dem Erdboden gleichgemacht. Die Aufgabe, die Verschütteten zu bergen, erscheint riesig, und die Hoffnung, Überlebende zu finden, schwindet.
Nach Angaben der Vereinten Nationen werden immer noch mehr als 50.000 Menschen vermisst. Sie schätzen, dass die Erdbebenkatastrophe 1,2 Millionen Tonnen Schutt zurückgelassen hat.
Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) teilte mit, in La Guaira sei "Lebensmittelknappheit verbreitet, die Grundversorgung zusammengebrochen und die Kommunikationsverbindungen seien weitgehend unterbrochen". "Die Spannungen in der Bevölkerung nehmen zu, weil der Zugang zu Hilfe eingeschränkt bleibt", sagte UNHCR-Sprecherin Carlotta Wolf.
Unter Leitung des UNHCR sei eine Kampagne zum Schutz von Kindern gestartet worden, um das Bewusstsein zu verstärken und bei der Identifikation und der Suche nach den Familien zu helfen.
Das Flüchtlingshilfswerk teilte mit, es benötige Schätzungen zufolge rund 13 Millionen Euro für den Schutz, die Versorgung mit Hilfsgütern und für Notunterkünfte für 30.000 Erdbebenopfer für sechs Monate.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf erklärte in Genf, sie befürchte den Ausbruch von Krankheiten. Die Gesundheitsdienste stünden unter "extremem Druck", die Einrichtungen arbeiteten "über ihren Kapazitäten angesichts des Zustroms von Traumapatienten", sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier vor Journalisten in Genf.
Diese Nachricht wurde am 30.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
