
Auf Instagram äußerte sich Sefisadeh knapp eineinhalb Jahre nach der Veranstaltung erstmals öffentlich. "Seit Jahren bin ich im Bereich der iranischen Musik tätig, singe und unterrichte", sagte sie. In all diesen Jahren habe sie trotz vieler Probleme und Einschränkungen einfach nur versucht, ihre Arbeit zu machen. Sie sei nun wegen "Aufforderung zu Korruption und Prostitution" zu vier Jahren Haft verurteilt worden.
Sängerin kritisiert Urteil und will Berufung einlegen
Auf einem Video ihres Instagram-Kanals ist zu sehen, wie die Sängerin mit einer Band mit klassischer persischer Musik performt. Bei ihrem Soloauftritt singt sie einige Zeilen aus einem Gedicht des berühmten persischen Dichters Saadi. "Wie kann das Singen eines Gedichts von Saadi oder iranischer Gesang überhaupt als Aufforderung zu Korruption und Prostitution gelten?", fragt Sefisadeh in ihrer Stellungnahme. Mit ihrem Anwalt will sie das Urteil anfechten.
Der Fall erinnert an ein Justizverfahren Ende 2024. Damals war die Sängerin Parastu Ahmadi nach einem virtuellen Konzert inhaftiert worden. Sie war ohne das gemäß islamischer Kleiderordnung verpflichtende Kopftuch aufgetreten.
Sefisadeh hingegen hatte den Videos zufolge nicht gegen diese Vorschriften verstoßen. Öffentliche Auftritte von Sängerinnen sind in der Islamischen Republik jedoch verboten, insbesondere wenn Männer im Publikum sitzen.
Diese Nachricht wurde am 20.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
