
Präsident Trump erklärte in einer Rede, ein Wahlsieg der - Zitat - "radikal-linken" Demokraten, würde das Land um Jahre zurückwerfen. Er versprach allen erwachsenen US-Bürgern eine Zahlung von 5.000 Dollar (aktuell 4.300 Euro), sollten die Republikaner ihre Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus behalten.
Der Vorschlag würde grob überschlagen bei mehr als 245 Millionen Erwachsenen im Land mehr als eine Billion US-Dollar kosten, etwa so viel wie der gesamte Verteidigungshaushalt der USA. Ein entsprechender Beschluss scheint im Kongress daher weder politisch noch finanziell realistisch.
Trump sprach mehrfach auch über den Krieg gegen den Iran und wiederholte seine Provokation, die Straße von Hormus in Trump-Straße umzubenennen.
Traditionell werden in den USA Parteitage vor den Präsidentschaftswahlen einberufen. Es ist das erste Mal, dass die Republikaner eine solche Veranstaltung vor einer Zwischenwahl ansetzen. Trumps Beliebtheitswerte sind zuletzt unter anderem wegen des Iran-Kriegs gesunken.
Politikwissenschaftler: Trump für viele Kandidaten wichtig, für andere eine Belastung
Der Politikwissenschaftler Michael Werz vom Washingtoner Council on Foreign Relations
sagte im Deutschlandfunk
, Trump habe in seiner Rede eine halbgare Verteidigung seiner Wirtschaftspolitik vorgelegt und Ressentiments gegen Migranten verbreitet. Mit Blick auf die Wahlkämpfe verschiedener republikanischer Kandidaten in den Bundesstaaten sprach Werz von einer ambivalenten Situation: Es gebe viele Kandidaten für Senat oder Kongress, die sich auf Trumps Seite stellten; zugleich aber auch moderatere Politiker, für die er offenbar eher eine Belastung darstelle und die sich auf dem Parteitag nicht hätten blicken lassen.
Werz warnte davor, angesichts derzeitiger Umfragen einen Wahlsieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen im November als gesetzt zu betrachten. Einerseits bringe die neue Zuschneiden der Wahlkreise zugunsten der Republikaner in einigen Bundesstaaten die Gemengelage ins Rutschen. Außerdem müsse man abwarten, wie der Wahltag im November ablaufen werde. Sollten die Republikaner ihre Mehrheiten im Kongress einbüßen, drohten ihnen ernste Probleme.
Diese Nachricht wurde am 10.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
