
Gestreikt werden kann in fast Bundesländern, weil dort die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern noch laufen. Lediglich in Niedersachsen gilt noch eine Friedenspflicht, die Streiks ausschließt. Allerdings wird auch in Niedersachsen die Autobahn GmbH des Bundes bestreikt, sodass es zum Beispiel im Emstunnel durch Spursperrungen zu Behinderungen kommen.
In Hessen liegt der Schwerpunkt der Streiks auf Frankfurt. Dort fahren seit dem Morgen keine Straßen- und U-Bahnen. Der städtische Busverkehr gehört hier nicht zum umstrittenen Tarifvertrag, deshalb wird es dort keine Ausfälle geben. Weil in den Städten Gießen und Marburg unterschiedliche Tarifverträge gelten, werden die Verdi-Streiks dort kaum Auswirkungen haben.
Auch in Hamburg blieben viele Busse und Bahnen in den Depots. Wie der NDR berichtet, trifft die Arbeitsniederlegung in den Betriebshöfen Wandsbek, Billbrook und Hammerbrook vor allem den Osten der Hansestadt. S- und U-Bahnen sind dagegen wieder im Einsatz, sie waren gestern bestreikt worden.
In Bayern treffen die Verdi-Streiks heute vor allem die Städte Augsburg und Regensburg. Dort fahren keine städtischen Busse und Bahnen. Betroffen seien auch Schulbusse sowie die Campus- und Expressbuslinien. Lediglich zwei Straßenbahnen und fünf Busse von privaten Unternehmen seien im Einsatz gewesen, berichtete der Bayerische Rundfunk. In Regensburg werde der Streik auch morgen andauern. Darüber hinaus werden auch die Streiks bei der Autobahn GmbH des Bundes in der Autobahnmeisterei Pfrondorf bei Rosenheim fortgesetzt. Auf Nachfrage teilte Verdi mit, dass bei jeder Witterung gestreikt werde. Lediglich bei extremen Bedingungen wie Blitzeis oder katastrophenähnlichen Lagen würden Ausnahmen gemacht. Starker Schneefall zähle nicht dazu.
Auch in Thüringen bestreikt Verdi die Autobahn GmbH. In den Tunneln Rennsteig, Hochwald, Alte Burg und Berg Bock könnten dazu Sperrungen von Fahrspuren in beiden Richtungen eingerichtet werden. Eine komplette Sperrung der Tunnel werde es aufgrund des Warnstreiks jedoch nicht geben, da Notdienste vereinbart worden seien.
In den Ländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie im Saarland, in Bremen und in Berlin sind heute keine Beeinträchtigungen durch Streiks zu erwarten. Allerdings bereitet sich die Gewerkschaft eigenen Angaben zufolge auch in diesen Ländern auf mögliche Arbeitsniederlegungen vor.
Mehr Geld, bessere Arbeitsbedingungen
Hintergrund der Streiks ist die Forderung von Verdi nach besseren Arbeitsbedingungen für die bundesweit knapp 100.000 Beschäftigten im Nahverkehr. Dazu zählen etwa eine kürzere Wochenarbeitszeit und kürzere Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.
In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird der Gewerkschaft zufolge zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Mit dem Ausstand will Verdi im Tarifkonflikt um den kommunalen Nahverkehr den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.
Diese Nachricht wurde am 19.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
