Dienstag, 29. November 2022

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Wegen geschönten Artikels
Wikipedia kritisiert DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius

Ein vom DFB verpflichtetes Unternehmen soll einen Wikipedia-Artikel über seinen Generalsekretär Friedrich Curtius in dessen Sinne bearbeitet haben. Auf diesen Vorwurf hat Wikimedia jetzt reagiert.

Von Andrea Schültke | 19.01.2021

Friedrich Curtius, Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB)
Friedrich Curtius, DFB-Generalsekretär (picture alliance/dpa | Arne Dedert)
"Die Neutralität dieses Abschnitts oder Artikels ist umstritten". Dieser Hinweis steht über dem Wikipedia-Eintrag des Fußball-Funktionärs Friedrich Curtius. Der Grund: Eine Agentur hatte laut einem Bericht des "Spiegel" den Artikel im Auftrag des DFB bearbeiten lassen und das nicht transparent gemacht.

Widerspruch zur Idee von Wikipedia

"Wikipedia lebt vom Engagement tausender ehrenamtlicher Autorinnen und Autoren. Wenn ein Unternehmen oder wie in diesem Fall der Deutsche Fußballbund Artikel gegen Bezahlung erstellen oder beschönigen lässt, steht das in krassem Widerspruch zur Idee von Wikipedia."
So Abraham Taherivand, Vorstand von Wikimedia gegenüber dem Deutschlandfunk. Der gemeinnützige Verein Wikimedia betreibt mit ehrenamtlichen Mitarbeitenden die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia. Eine Bearbeitung gegen Bezahlung müsse ganz klar gekennzeichnet werden. Das sei nach aktuellem Kenntnisstand nicht passiert, so Taherivand.

Vom DFB wird Klärung gefordert

"Mit fairem Sportsgeist hat das nichts zu tun aus meiner Sicht. Und der DFB muss nun dringend aufklären, wie es zu so einer Beauftragung überhaupt kommen konnte".
Zuvor hatte Taherivand in der Frankfurter Rundschau das Vorgehen des DFB kritisiert. Auf Anfrage der Zeitung hatte der DFB erklärt, der Auftrag mit dem externen Dienstleister sei bereits im Oktober vergangenen Jahres beendet worden.
Im Deutschen Fußballbund hatte es zuletzt einen Machtkampf gegeben zwischen Generalsekretär Friedrich Curtius und DFB-Präsident Fritz Keller. In diesem Zusammenhang war der bearbeitete Wikipedia-Artikel über Curtius öffentlich geworden.