Bonn
Weniger Journalisten berichten über Klimaverhandlungen

Zu den Bonner Klimaverhandlungen haben sich in diesem Jahr deutlich weniger Journalisten angemeldet als in den vergangenen vier Jahren. Nach Angaben der Webseite "Climatechangenews.com" waren es 135 Medien, die Mitarbeiter angemeldet haben, im Vergleich zu 309 im vergangenen Jahr. Die Seite bezieht sich auf Zahlen der UNO.

    Ein Hinweisschild der UNO-Klimakonferenz steht im Foyer des World Conference Center in Bonn. Danben ist eine Rolltreppe auf der ein Mann nach unten fährt.
    Die UNO-Klimakonferenz in Bonn hat am 8. Juni begonnen - es sind weniger Medienvertreter angemeldet als in den vegangenen Jahren (Christoph Driessen / dpa / Christoph Driessen)
    Die Pressekonferenzen in Bonn, die von Kampagnengruppen täglich im Anschluss abgehalten werden, waren in den ersten Tagen nur spärlich besucht. Zudem waren sie oft hauptsächlich mit Klimaaktivisten und Forschern statt mit Journalisten besetzt. Die englischsprachige Redaktion "Climate Home News", die die Seite betreibt, sieht mehrere Gründe für diesen Rückgang. Vor allem sei die Entlassung von Klimajournalisten dafür verantwortlich, heißt es. Weltweit gehe die Medienberichterstattung über Klimathemen zurück.
    Medienvertreter könnten aber auch durch ein neues, komplizierteres Registrierungssystem, insbesondere für freie Journalisten, von einer Teilnahme abgeschreckt worden sein. Hinzu komme, dass die gestiegenen Kerosinpreise Flugreisen nach Bonn deutlich verteuert haben und Reporter aus vielen Entwicklungsländern weiterhin Schwierigkeiten hätten, Visa für den Schengen-Raum zu erhalten. Zu den Medien, die weniger Journalisten als in den Vorjahren oder gar keine Vertreter entsandt haben, gehören demnach Reuters, Bloomberg und die BBC sowie deutsche Sender wie die Deutsche Welle und das ZDF.
    Die Bonner Klimaverhandlungen finden in diesem Jahr vom 8. bis 18. Juni statt. Dort wird der UNO-Klimagipfel COP31 vorbereitet.
    Diese Nachricht wurde am 14.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.