Sonntag, 26. Juni 2022

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Wenn die Schwangerschaft zum Risiko wird

Die Liste möglicher Schwangerschaftsrisiken ist ja mit mehr als 50 Punkten vergleichsweise lang, mitunter taucht da aber auch auf den ersten Blick Unscheinbares auf: Ärzte sprechen zum Beispiel schon dann von einer Risikoschwangerschaft, wenn Frauen jünger als 18 oder älter als 35 sind und ihr erstes Kind erwarten. Für manchen vergleichsweise simpel mag auch ein erhöhter Blutdruck sein, doch das sehen Mediziner anders.

Von Mirko Smiljanic | 29.07.2008

"Frau Schöpe, Sie sind ja nun geschickt worden von Ihrem Doktor, weil Ihr Blutdruck erhöht ist, und wir kontrollieren das ja schon ein paar Tage, und der Blutdruck, mit dem Sie gekommen sind, 176 zu 116 war der ja, hat sich hier unter Ruhe eigentlich schon gebessert. Im Moment läuft das Blutdruckgerät, wir wollen mal sehen, wie sich der Blutdruck verhält über diese Zeit ... "

Dr. Birgit Weber im Gespräch mit Stephanie Schöpe. Die 24jährige ist im 8. Monat und erwartet in vier Wochen einen Jungen. Die Schwangerschaft verlief ohne Komplikationen - bis auf ihren Blutdruck, der seit ein paar Wochen nach oben klettert.

" Man hat Ohrenschmerzen, so ein bisschen Schwindel, man fühlt sich eben immer schlapp, Schweißausbrüche, ... "

... was nicht nur unangenehm für die Mutter ist, sondern auch ein Risiko für das werdende Kind darstellt: Entwicklungsstörungen können die Folge sein, in extremen Fällen ist sogar das Leben des Babys in Gefahr.

"Wir schreiben mal ein CTG, wir wollen mal sehen, wie die Situation aktuell bei Ihrem Kind ist, dass wir die Herztöne einfach noch mal aufzeichnen. Legen Sie sich einfach mal hin, ... den Bauch mal ein klein bisschen frei machen, der ist ja schon gewachsen, die Ultraschalluntersuchungen haben ja gezeigt, dass es Ihrem Kind gut geht...."

Vorsichtig bewegt Birgit Weber den Ultraschallkopf über Bauch der Patientin, ...

" ... die Herzfrequenz von Ihrem Baby ist 130 ungefähr, das ist völlig in Ordnung (Herztöne) ... "

Mediziner unterscheiden, ob der Blutdruck erst während der Schwangerschaft gestiegen ist, oder ob die Mutter ohnehin unter hohem Blutdruck leidet, ...

" ... dann würde man die Behandlung, die ja in der Regel schon läuft, fortführen, oder wenn es eine neue Situation ist, mit bestimmten Medikamenten, die in der Schwangerschaft verträglich sind, behandeln, und natürlich Kind und Mutter engmaschig überwachen. "

Stephanie Schöpe brauchte keine Medikamente, ihr Blutdruck sank durch die Ruhe in der Klinik von selbst auf akzeptable Werte. Für ihr Baby besteht keinerlei Gefahr.

"Ich freu mich auf mein Kind ... (lacht) ... ."