
Der gesamte Zwickauer Auftragsbestand werde vom Braunschweiger Standort übernommen. Der kaufmännische Geschäftsführer der Westermann Gruppe, Blümer, teilte mit: "Die hohen Personal- und Energiekosten in Deutschland haben dazu geführt, dass die Produktion im Vergleich zum Beispiel zu osteuropäischen Anbietern nicht mehr konkurrenzfähig war, trotz erheblicher Investitionen in neue Maschinen". Die Druckereien litten insgesamt unter Überkapazitäten bei sinkender Nachfrage.
Als "Volksdruckerei" in den 50ern gestartet - bekannt für LÜK Lernsystem
Die Druckerei in Zwickau wurde in den 50er Jahren als sogenannte Volksdruckerei gegründet. Später wurden hier hochwertige Bildbände für den Export hergestellt, beispielsweise in die damalige Sowjetunion. Gearbeitet wurde den Angaben zufolge für alle größeren Verlage der DDR. 1990 wurde der Betrieb dann von Westermann übernommen. Die Verlagsgruppe ist auch für das Lernsystem LÜK (Lerne, Übe, Kontrolliere) bekannt. Der rote Kasten mit weißen Plättchen ist 1967 von dem Wilhelmshavener Lehrmittelhändler und Verleger Heinz Vogel erfunden worden und nur ein Jahr später von Westermann übernommen worden.
Die Zwickauer Druckerei sei bisher auf die Produktion hochwertiger Bücher im Vierfarbdruck spezialisiert, unter anderem auf Reiseführer, Fachbücher, Kinder- und Jugendbücher sowie Schulbücher, heißt es. Der Anteil der Schulbuchproduktion für den deutschen Markt sei in Zwickau aber eher gering gewesen. Der Schwerpunkt liege hier bei Westermann Druck in Braunschweig, teilte die Firmensprecherin mit.
Den Zwickauer Beschäftigten werde der Wechsel in eine Transfergesellschaft angeboten, wo sie sich für andere Jobs qualifizieren können und Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz erhalten.
Diese Nachricht wurde am 28.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
