Rechtsextremismus
Widerstand der AfD in Brandenburg gegen Sellner-Verbot durch Bundesvorstand

Der Aufruf des AfD-Bundesvorstand für einen Verzicht auf Parteiveranstaltungen mit dem österreichischen Rechtsextremisten Sellner stößt im brandenburgischen Landesverband auf Widerstand.

    Martin Sellner steht vor Publikum und blickt argwöhnisch nach links.
    Der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner (Archivbild) (imago/photonews.at)
    Der dortige AfD-Fraktionsvorsitzende Berndt sagte in Potsdam, er halte den Beschluss für falsch. Er bestreite, dass das von Sellner propagierte Konzept einer "Remigration" verfassungswidrig sei. Auch halte er die "Identitäre Bewegung" insgesamt nicht für extremistisch. Was "diese jungen Leute" in der Vergangenheit getan hätten, sei "friedlicher Protest gegen eine Politik der Grenzöffnung und der massenhaften Migration", so Berndt.

    Zentrale Figur der "Identitären"

    Sellner gilt als zentrale Figur der als rechtsextremistisch eingestuften "Identitären". Sein Konzept zum Umgang mit deutschen Staatsbürgern mit Migrationshintergrund verstößt laut Bundesverwaltungsgericht gegen die vom Grundgesetz geschützte Menschenwürde.
    Der AfD-Bundesvorstand hatte am Montag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ein Schreiben an alle Landes-, Bezirks- und Kreisvorstände geschickt. Darin werde auf die geltende Position der AfD verwiesen, Distanz zu Sellners Positionen zu signalisieren, so dpa. Das Schreiben schließe allerdings keine Veranstaltungen mit Sellner aus, bei denen AfD-Politiker nur als Gäste teilnehmen.
    Der Umgang mit Sellner ist in der Partei umstritten. Während sich der Bundesvorstand um Distanz bemüht, war er zuletzt unter anderem von AfD-Politikern im Thüringer Landtag empfangen worden.
    Diese Nachricht wurde am 11.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.