"Eine Reise, ein Ticket"
Wie die EU-Kommission Bahnfahrten in Europa einfacher gestalten will

Die Europäische Union will Bahnreisen über Landesgrenzen vereinfachen. Das Ziel ist, ein Ticket für mehrere Zugunternehmen einzuführen, um quer durch Europa zu fahren. Die Vorschläge im Überblick.

    Gezeigt sind Eisenbahnschienen. Im Hintergrund eine grüne Wiese und leicht bewölkter Himmel.
    "Eine Buchung und volle Rechte für Fahrgäste" verspricht EU-Verkehrskommissar Tzitzikostas. (picture alliance / Geisler-Fotopress / Robert Schmiegelt)
    Die EU-Kommission hat ihren Gesetzesvorschlag dazu bereitsim Mai vorgestellt. Reisende sollen online übersichtlich alle Optionen sehen, über Grenzen hinweg von A nach B zu kommen. Große Ticket-Plattformen sollen verpflichtet werden, auch Fahrkarten anderer Betreiber anzubieten, wenn diese das wollen.

    Das Problem: Bisher oft getrennte Tickets bei Auslandsreisen

    Bei vielen Fahrten ins Ausland werden bisher getrennte Tickets unterschiedlicher Unternehmen ausgestellt. Fahrgäste schließen rechtlich gesehen separate Verträge ab - selbst wenn sie die Reise online zusammen buchen. Hat also der erste Zug Verspätung und der Anschluss wird deshalb verpasst, dürfen Reisende deswegen bisher in der Regel nicht einfach den nächsten Zug zum Endziel nehmen. Sie haben grundsätzlich auch ausschließlich für die Verspätung des ersten Zugs Anspruch auf Entschädigung nach EU-Recht.

    Ein durchgehendes Ticket für Europa-Reisen

    Reisende sollen durchgehende europäische Fahrkarten kaufen können. Wenn sie in einem einzigen Vorgang eine Bahnfahrt mit mehreren Betreibern buchen, soll das nach dem Willen der Kommission künftig immer als ein einzelnes Ticket gelten. Für unabhängige Ticketplattformen soll es zudem einfacher werden, Tickets verschiedener Bahnunternehmen zu verkaufen.

    Fahrgäste sollen mehr Rechte bekommen

    Hat ein Zug Verspätung und Reisende verpassen deshalb im Ausland ihren Anschluss, sollen sie ein Recht darauf haben, ohne zusätzliche Kosten auf anderem Weg zu ihrem Ziel zu gelangen - also zum Beispiel mit einem anderen Zug fahren zu dürfen. Voraussetzung ist, dass ihr Ticket als zusammenhängendes Ticket gilt und ausreichende Umstiegszeit eingeplant war.
    Bevor die Vorschläge der Kommission in Kraft treten, müssen die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament zustimmen. EU-Verkehrskommissar Tzitzikostas warb bei der Fachmesse ”Innotrans” in Berlin nochmals für die Pläne. Das Ziel sei: "Eine Reise, eine Buchung und volle Rechte für Fahrgäste". Das würde "grenzüberschreitende Reisen mit verschiedenen Zuganbietern einfacher und viel attraktiver machen".

    Weiterführendes

    Aus dem Deutschlandfunk-Archiv: Bahnreisen in Europa – Wie steht es um die Fahrgastrechte?
    Reiseführer: Europa mit dem Zug neu entdecken
    Diese Nachricht wurde am 23.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.