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Wie Hitler 1932 Deutscher wurde

Lieber zu früh als gar nicht nach den Sternen greifen, mag sich Joseph Goebbels, Propagandaleiter der NSDAP, Anfang 1932 gedacht haben. Deshalb drängte er Adolf Hitler, bei den Wahlen zum Reichspräsidenten den populären Amtsinhaber Paul von Hindenburg und damit das ganze verhasste bürgerliche Lager herauszufordern. Doch gab es ein formales Problem: der geborene Österreicher war seit 1925 staatenlos. Gewählt werden durfte aber nur ein Deutscher.

Von Christoph Vormweg | 23.02.2007

Allein der Freistaat Braunschweig bot Hoffnung. Denn dort regierten die Nationalsozialisten bereits mit. Plan 1 - die Ernennung Hitlers zum außerordentlichen Professor, die ihm automatisch die Staatsbürgerschaft eingebracht hätte - scheiterte, da er keinerlei akademische Qualifikationen vorweisen konnte. Plan 2 hingegen - seine Ernennung zum Regierungsrat beim Landeskultur- und Vermessungsamt - gelang.

Eine Provinzposse mit weltgeschichtlichen Folgen.