Kalte Progression
Wirtschaftsministerin Reiche kritisiert geplante Steuerreform von Finanzminister Klingbeil als nicht ausreichend

Bundeswirtschaftsministerin Reiche (CDU) hält die von Bundesfinanzminister Klingbeil (SPD) geplante Steuerreform für nicht ausreichend. Das hat ihr Staatssekretär Steffen in einem Schreiben an das Bundesfinanzministerium deutlich gemacht.

    Katherina Reiche (CDU) und Lars Klingbeil (SPD) stehen nebeneinander und diskutieren.
    Katherina Reiche (CDU) und Lars Klingbeil (SPD) (Archivbild) (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)
    In dem Schreiben, das dem Deutschlandfunk vorliegt, werden unter anderem zusätzliche Maßnahmen gegen die sogenannte kalte Progression gefordert. Das Ergebnis der Reform wäre sonst eine "inflationsbedingte heimliche Steuererhöhung".
    Klingbeil wies die Kritik zurück. Man lege den Fokus auf die Entlastung von Familien und kleinen wie mittleren Einkommen, sagte er am Rande des G20-Finanzministertreffens in Asheville in den USA. Die vorgesehene Entlastungssumme "könne sich sehen lassen." Klingbeil betonte, alle Koalitionspartner hätten dem Gesetzentwurf zugestimmt.

    Ministerium: 600 Euro Entlastung für Familien

    Das Bundeskabinett will die Steuerreform am Mittwoch beschließen. Das Entlastungsvolumen beträgt etwa zehn Milliarden Euro. Es soll in zwei Stufen im nächsten und übernächsten Jahr erreicht werden. Für eine Familie mit zwei Kindern und mittlerem Einkommen ist die Rede von gut 600 Euro Entlastung. Zur Gegenfinanzierung soll unter anderem die sogenannte Reichensteuer erhöht werden.
    Die Kalte Progression entsteht, wenn inflationsbedingt ein höheres Einkommen anfällt und man dadurch in eine höhere Steuerstufe rutscht. Dadurch bleibt am Ende immer wieder weniger Kaufkraft übrig.
    Diese Nachricht wurde am 01.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.