Bertelsmann Stiftung
Zugewanderte oft unterqualifiziert beschäftigt

Der deutsche Arbeitsmarkt profitiert laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung angesichts des demografischen Wandels von Zuwanderung. Besonders große Potenziale gibt es demnach bei gut ausgebildeten Zugewanderten. Sie würden allerdings zu oft lediglich als Helfer, etwa als Reinigungskräfte, eingesetzt.

    Eine Reinigungskraft bei der Arbeit, neben ihr ist ein Wagen mit verschieden Putzutensilien zu sehen.
    In Deutschland werden Zugewanderte laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung oft unterqualifiziert beschäftigt. (picture alliance / SvenSimon / Frank Hoermann / SVEN SIMON)
    Laut Studie verfügt fast jeder fünfte Zugewanderte über einen Hochschulabschluss. Eine bessere Integration von zugewanderten Menschen mindere nicht nur den Fachkräftemangel, sondern erhöhe auch die Steuereinnahmen und stabilisiere die Sozialversicherung, erklärte die Stiftung in Gütersloh.
    Wie die Bertelsmann Stiftung erklärt, steht der deutsche Arbeitsmarkt vor allem wegen der zunehmenden Alterung der Bevölkerung vor großen Herausforderungen. So lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im März um 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert, obwohl die Zahl der ausländischen Beschäftigten deutlich um 3,4 Prozent zulegte. Der Grund dafür ist, dass die Zahl der Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit um 0,9 Prozent sank. Unter dem Strich fehlten binnen eines Jahres 75.000 Beschäftigte.
    Lange Asylverfahren und unsichere Bleibeperspektiven verzögerten laut Studie bislang die Arbeitsaufnahme und schreckten Betriebe ab. Nötig sei auch eine gebündelte Anlaufstelle für ausländische Arbeitnehmer, um das komplizitierte Behördengeflecht aufzulösen, erklärte die Stiftung.
    Diese Nachricht wurde am 02.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.