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Zwischen Tradition und täglicher Gefahr

Der illegale Waffenbesitz auf dem Balkan gehört zu den schwerwiegenderen Problemen, die diese Region plagen. Viele Aktionen, in denen Waffen abgegeben oder legalisiert werden könnten, blieben ohne Erfolg. So gibt es auf dem Balkan viel zu viele Waffen. Verbrechens- und Unfallstatistiken sprechen hier eine deutliche Sprache.

Von Wolf Oschlies | 19.02.2004

    Alkohol und Feuerwaffen passen nicht zusammen, wie dieser schlimme Fall wieder zeigte. Wir rufen alle Bürger erneut auf, während der Neujahrsfeiern strikt die Finger von Feuerwaffen zu lassen.

    Tomo Andrašević, der Polizeichef von Osijek, kommentierte mit diesen Worten eine Schießerei unter kroatischen - und schwer alkoholisierten - Jugendlichen. Natürlich war sein Appell fruchtlos. Auch in diesem Jahr gab es zu Neujahr erneut schwere Unfälle wegen des Gebrauchs illegaler Waffen – in Kroatien und in allen Nachbarländern.

    Das Problem zeigt sich nicht nur zu Silvester, es ist ganzjährig vorhanden und in allen Aspekten bekannt: Auf dem Balkan gibt es viel zu viele Waffen, die meisten in illegalem Besitz. Appelle zur Abgabe und entsprechende Aktionen bewirken wenig oder nichts. Aber Verbrechens- und Unfallstatistiken künden davon, dass und wie die Waffen eingesetzt werden. Das erinnert an jüngere, schreckliche Vergangenheit.

    Wir haben gemeinsam beschlossen: Es gibt keine Waffenlieferungen nach Kroatien, es gibt keine Waffenlieferungen nach Bosnien-Herzegowina und keine nach Serbien. Und es können auch keine kommen, denn die müssen ja irgendwo durch. Nur, und das fällt auf, haben die Serben neuerdings Artillerie, die nicht auf dem Balkan gebaut ist, haben die Kroaten MIG 19 und Panzerhubschrauber, die nicht auf dem Balkan gebaut sind, haben die bosnischen Truppen panzerbrechende Mittel, die nicht auf dem Balkan gebaut sind. Die können nur vom Himmel kommen!

    So der Balkanerfahrene Hans Koschnick im Januar 1995. Damals war im ehemaligen Jugoslawien Krieg, speziell in Bosnien, wo Koschnick in Mostar im Auftrag der EU die Lage befrieden sollte. An dem Krieg waren Serbien und Kroatien beteiligt, die dafür enorme Summen ausgaben – Kroatien allein von 1992 bis 1994 660 Millionen Dollar, die anderen nicht weniger. Trotz des Waffenembargos erhielten sie, was sie benötigten. Inzwischen ist der Krieg vorbei, in Bosnien gilt das Dayton-Friedensabkommen. Aber wo sind die Waffen?

    Die schweren Waffen wurden als Folge des Dayton-Abkommens allmählich beseitigt. Das heutige Problem sind vor allem die Klein- und Leichtwaffen. Weltweit produzieren 70 Länder solche Small Arms und Light Weapons, von denen nach UN-Schätzungen derzeit rund 800 Millionen im Umlauf sind, die pro Jahr mindestens 500.000 Todesfälle verursachen. Eine unter diesem Aspekt höchstgefährdete Region ist der Balkan, wo etwa 3,5 Millionen solcher Waffen vermutet werden. Und das sind entschieden zu viele:

    Es ist die allgemeine Absicht der internationalen Gemeinschaft, auf jede mögliche Weise die Masse der Kleinwaffen zu vermindern, bevor diese in den Händen von Kriminellen und Terroristen landen. Kontrolle von Kleinwaffen für Südosteuropa mit Sitz in Belgrad. Die Absicht ist klar und lobenswert, aber wird man sie auch umsetzen können? Die internationale Gemeinschaft ist in vielen balkanischen Regionen präsent, am nachhaltigsten in jenen, die mit Blick auf Waffenschmuggel am unangenehmsten auffallen - weiß Srbislav Ranđelović, ein hoher Polizeioffizier aus Serbien:

    Am häufigsten kommen Waffenschmuggler aus der Republika Srpska oder überhaupt aus Bosnien-Herzegowina und aus dem Kosovo. Wir dürfen nicht vergessen, dass diese Regionen einmal Kriegsschauplätze waren und das kam den Schmugglern und ihrem Waffengeschäft entgegen.

    Jüngste Kriege und Konflikte haben dabei nur älteste balkanische Traditionen fortgeführt, die selbst in Volksliedern besungen werden, wie in diesem makedonischen Beispiel, in dem von der puška Berdanka die Rede ist, also dem berühmten Berdan-Hinterlader von 1870, der in balkanischer Hajducken-Folklore eine große Rolle spielt. Ähnlich berühmt waren die Francotte- und Gasser-Revolver, die damals jeder montenegrinische Mann tragen musste. So kamen Waffen in die regionale Folklore Bosniens, Montenegros, aber auch anderer Gebiete und damit allgemein ins südslawische Bewusstsein. Bis heute werden z.B. serbischen Neugeborenen Pistolen verehrt. Welche verheerenden Spätfolgen so etwas, im Verein mit neueren Turbulenzen, hat, beklagte vor wenigen Monaten Nataša Mišić, die amtierende Präsidentin Serbiens:

    Serbien darf nicht mehr ein Land sein, in dem das organisierte Verbrechen blüht, in dem Verbrecher im Namen und auf Rechnung des Staates Andersdenkende erschlagen, Menschen kidnappen und aus unseren Kindern Drogensüchtige machen – ein Land, in dem Jeep und Pistole Statussymbole sind anstelle von Buch und Computer, in dem Verbrecher, dieser Auswurf eines Volks, als Patrioten und Helden gelten.

    Das ist drastisch, aber wahr und trifft nicht allein auf Serbien zu. Bereits im alten Jugoslawien gab es rund zwei Millionen Waffen im Privatbesitz, wobei auf jeweils vier legale Waffen eine illegale kam. Nach dem Zerfall dieses Staates hat sich das Verhältnis überall verschlechtert. Serbien hat die schlimmsten Erfahrungen mit organisierter Kriminalität und Waffenschmuggel. Es begann im Frühsommer 1997, als im benachbarten Albanien Unruhen ausbrachen, bei denen Armee-Depots geplündert wurden und etwa eine Million Waffen verschwanden. Wo sie wieder auftauchten, weiß der Belgrader Journalist Miloš Vasič:

    Es war 1997 und danach, höchst einfach, auf der Straße Waffen für 10, 20 Mark zu kaufen. Später haben Händler, die für die UCK arbeiteten, sie für 100, 150 Mark weiterverkauft.

    Zwar haben die serbische Polizei und später die NATO-Truppe KFOR im Kosovo Tausende dieser vagabundierenden Waffen beschlagnahmt, aber das hat den illegalen Waffenmarkt kaum beeinträchtigt. Polizeioberst Mile Novaković kennt ihn bis ins Detail:

    Die Preise sind bei uns viel niedriger als in den Ländern, in denen ein Interesse an Waffen besteht. So kann man bei uns in Serbien eine Pistole für 100 Mark kaufen, einen Revolver für 300 bis 500 Mark, Gewehre für 500 Mark, Munition für Kalaschnikovs für drei bis 15 Mark – und so ist es normal, dass man Waffen bei uns einkauft.

    Diese werden dann mit oft schwerwiegenden Folgen verwendet. Milan Kuruzović vom serbischen Innenministerium kann davon ein Klagelied singen:

    Nach unseren Erkenntnissen werden etwa 82 Prozent aller Gewaltverbrechen unter Einsatz illegaler Waffen verübt.

    Serbien hat rund zehn Millionen Einwohner, die schätzungsweise eine Million illegaler Waffen besitzen. Der serbische Markt ist sozusagen gesättigt, aber dafür hat sich im südlichen Makedonien ein neuer Markt aufgetan. Wie viele Waffen unter den zwei Millionen Einwohnern Makedoniens zu finden sind, weiß niemand, aber es dürfte eine Menge sein, verlautete noch vor wenigen Monaten.

    Schätzungen zufolge gibt es in Makedonien rund 600.000 nichtregistrierte und etwa 150.000 registrierte Waffen, zwei Drittel aller Haushalte besitzen mindestens eine Waffe.
    Ähnlich ist es überall im ex-jugoslawischen Raum. Kroatien soll beispielsweise, so sagen es heimische und internationale Experten, die höchste Dichte an Waffenscheinen pro Einwohner in Europa haben. Dazu kommen noch die illegalen Waffen. Viele stammen aus dem jüngsten Krieg. Oft werden sie als Trophäen an Kriegshelden vergeben. Aber aus früheren Helden wurden später Hunderttausende demobilisierte Desperados. Was sie mit den Waffen anfangen, weiß Kroatiens bekanntester Psychiater Edvard Klajn:

    Mir geht es besonders nahe, wenn sich ehemalige Kämpfer, Veteranen selber töten. Es gibt sehr viele Selbstmorde, woran die Machthaber, die früheren und die jetzigen, schuld sind. Die Zahl der Selbstmorde ist sehr hoch, auch die der Aggressionsakte, dass etwa ein frustrierter Ex-Kämpfer in posttraumatischer Verwirrung seine ganze Familie samt der kleinen Kinder tötet. Und solche Kranken werden wir in Zukunft noch mehr haben, die die eigene Familie oder Wildfremde töten.

    Zu diesem Erbe aus jüngster Vergangenheit kommen neuerdings großangelegte Waffendiebstähle in der Armee, speziell in deren Garde-Einheiten, den Lieblingskindern des früheren Tudjman-Regimes. Wozu diese Vorzeigesoldaten auch fähig sind, berichtete Oberst Zoran Komar von der Informationsabteilung des Kroatischen Verteidigungsministeriums:

    Von der zuständigen Staatsanwaltschaft wurden Anklagen gegen weitere Personen erhoben wegen des begründeten Verdachts einer Vertuschung von Fehlbeständen im Waffenbestand, die während der alljährlichen Waffeninventur aufgedeckt wurden. Alle weiteren Untersuchungen der Militärpolizei geschehen in Kooperation mit dem Innenministerium, und wegen des begründeten Verdachts, dass die gestohlenen Waffen auf Schwarzmärkten außerhalb der Republik Kroatien landeten, deshalb wurde auch INTERPOL eingeschaltet.

    Identische Probleme beschäftigen seit Jahren auch Slowenien: Aus Kasernen werden in großem Stil Waffen gestohlen, in aller Regel von ortskundigen Soldaten. Ende 2003 – also vier Monate vor dem EU- und NATO-Beitritt Sloweniens – bekam der Komplex eine neue Wendung, die im Parlament hohe Wellen schlug. Der Nationalist Smago Jelinčič hatte dort wütende Anklagen geäußert:

    Es geht um die Unterstützung des Waffenhandels seitens der Behörden und des Präsidiums des Parlaments.

    Premier Anton Rop wies diese Anklage zurück:

    Bis heute hat doch keine juristische Prozedur die Annahme von Irregularitäten im Waffenhandel bestätigt.

    Aber der liberale Abgeordnete Rudi Moge machte sie sich zu eigen – vorsichtig zwar, aber dennoch deutlich:

    Gäbe es ein transparentes Verfahren im Zahlungsverkehr des Waffenhandels, dann fänden sich Antworten auf die meisten unserer Fragen in dem Umstand, dass der Verdacht begründet ist, dass die Chefs der Geheimdienste die Unterlagen zu gewissen Fonds vernichten ließen, womit das Geld dieser Fonds in fremde Taschen floss.

    Was in Slowenien noch im Halbdunkel verborgen ist, liegt in Makedonien vor aller Augen. Dieses Land musste sich 2001 gegen albanische Terroristen aus dem Kosovo verteidigen und tat das auch sehr erfolgreich. Aber das Waffenproblem ist noch nicht gelöst. Oberst Blagoja Markovski soll diese Waffen heute beseitigen:

    Das Kriegsjahr 2001 liegt weit hinter uns, und die Ver-hältnisse in der Republik Makedonien haben sich sehr positiv entwickelt. Aber wie in jeder Region nach einer Krise spüren auch wir noch die Folgen der Konflikte, vor allem bezüglich der großen Menge illegaler Waffen in den Händen der Bürger.

    Nicht illegal sind die Waffen, die damals an rasch aufgestellte Polizei- und Reservisteneinheiten ausgegeben wurden und die heute nur zäh in die Depots zurückkehren. Irgendwann werden diese in den Arsenalen wieder landen, denn alle Waffen sind registriert. Was den Behörden mehr Sorgen macht, erläutert Nikola Čunihin, Koordinator eines Gremiums zum Einsammeln illegaler Waffen:

    Im zweiten Halbjahr 2002 ereigneten sich 81 Zwischen-fälle mit illegalen Waffen. Von diesen entfielen 77 Prozent auf Tetovo, 17 Prozent auf Kumanovo. Von den Tätern waren 22 Prozent Makedonen, 77 Prozent ethnische Albaner aus Makedoni-en. Und am schlimmsten ist, dass in der Hälfte dieser Fälle die Kugeln Personen unter 18 Jahren töteten.

    In albanischen Siedlungsgebieten Makedoniens mag das Problem besonders gravierend sein, aber anderswo ist es auch präsent, und darum laufen in allen Nachfolgestaaten Ex-Jugoslawiens seit Jahren immer wieder Amnestien und Sammelaktionen, um die Waffen zu vernichten oder doch zu legalisieren.

    Sport- und Jagdwaffen, auch Pistolen, darf man besitzen – nicht aber automatische Waffen, Maschinenpistolen, Panzerfäuste und was sonst noch bei solchen Sammelaktionen zum Vorschein kommt.

    2003 fanden zahlreiche solcher Sammelaktionen statt. Sie hatten keinen durchschlagenden Erfolg, waren aber auch nicht so ein Flop wie die Aktion im Sommer im Kosovo. Laut vorsichtiger UN-Schätzung sind im Kosovo mindestens 400.000 illegale Waffen im Umlauf, nach anderen Aussagen sogar doppelt so viele. Davon wollten KFOR und die UNO-Organisation UNDP möglichst viele aus dem Verkehr ziehen, wofür sie jeder Gemeinde, die mehr als 300 Waffen ablieferte, 225.000 Dollar Prämie versprachen. Das Geld konnte komplett eingespart werden, denn insgesamt wurden nur 155 Waffen abgegeben. Zur selben Zeit gingen die Anschläge gegen nicht-albanische Volksgruppen weiter, seit Jahren Alltag im Kosovo: Anders und besser verlief eine identische Aktion in Serbien im März, von der sich Innenminister Dušan Mihajlović viel erhoffte:

    Wir erwarten ein Resultat, dass Serbien von illegalen Waffen frei sein wird. Damit wird eine große Gefahr beseitigt sein, die es gab und die ein Erbe einer kriminellen Vergangenheit ist. Jetzt machen wir dem ein Ende, was eine nachhaltige Verbesserung der Sicherheit in Serbien bedeutet.

    Wochenlang wurden die Serben mittels TV-Spots informiert, was sie tun könnten und sollten:

    Das Innenministerium der Republik Serbien informiert alle Bürger, dass sie aufgrund der Anordnung über Legalisierung und Abgabe von Waffen, die am 26. März 2003 in Kraft trat, eine Legalisierung oder Abgabe von Waffen vornehmen können.

    Speziell in Süd-Serbien kamen die Leute diesem Aufruf auf eine fast groteske Weise nach: Waffen wurden in Müllcontainern oder anderweitig entsorgt, was besondere Probleme schuf – berichtet Ilija Matić von der Polizei in Zaječar:

    Wir haben Fälle, dass man uns ruft und dann sagt, wir haben die Waffen hinter einem Stein versteckt. Und wir können sie dann suchen und dabei noch fürchten, dass jemand sie vor uns gefunden hat.

    Dennoch konnte sich das Endergebnis sehen lassen: 35.000 Waffen und rund zwei Millionen Stück Munition wurden abgeliefert, 23.500 Anträge auf Legalisierung von Waffen gestellt. Serbiens Polizei hat seit zehn Jahren recht gute Erfolge beim Waffensammeln, am meisten 1994 mit 12.000 Stück. Zudem hat das Land seit 2001 einträgliche Verträge mit dem Ausland, wie Prvoslav Davinić, serbischer Koordinator beim Stabilitätspakt Südosteuropa, berichtet:

    Eine erste Waffenmenge von 55.000 Stück haben wir letztes Jahr in Čačak vernichtet, wofür wir von der Internationalen Gemeinschaft eine Kompensation von 400.000 Dollar bekamen. Vor einigen Monaten hat das Verteidigungsministerium einen neuen Vertrag mit den Niederlanden geschlossen zur Vernichtung weiterer 20.000 Waffen. Dafür bekommen wir eine neue Kompensation von 200.000 Dollar.

    Auf diesen profitablen Weg zur Entsorgung scheint Makedonien noch nicht gekommen zu sein. Auch ohne Aussicht auf Prämien startete Makedonien gegen Jahresende 2003 seine Aktion Stopp der Waffe – für ein besseres Morgen, die nicht nur propagandistisch und logistisch optimal vorbereitet war, sich zudem an einem schlechteren Beispiel orientierte, sagte Verteidigungsminister Vlado Bučkovski:

    Das sollte nicht nur eine symbolische Aktion zum Waffensammeln sein, wie es Essential Harvest war, sondern sie sollte real zeigen, dass der Rechtsstaat auf dem gesamten Territorium der Republik Makedonien funktioniert.

    Essential Harvest – das war die NATO-geführte Aktion im September 2001, als die UCK in Makedonien ihre Waffen freiwillig abgeben sollte. 3.700 Waffen kamen damals zusammen, meist museale Schießprügel, aber dennoch mutete die Aktion im Nachhinein erfolgreicher als die von Ende 2003 an. Bei der wurden 7.500 Waffen eingesammelt, darunter 1.300 Luftbüchsen, die gar nicht als Waffen gemeint waren, und Tausende Pistolen aus längst vergangenen Partisanen-Kämpfen. Ein Flop!

    Warum ein Flop? Warum so viele Flops bei balkanischen Waffen? Der Waffenabgabe stehen kulturelle Traditionen entgegen, die es verhindern, dass man diesem Problem mit Embargos, Verboten, Appellen und Aktionen beikommen kann. Denn die Waffe in der Hand ist Ausdruck eines allgemeinen Gefühls, das ein serbischer Bauer aus dem Kosovo so formulierte:

    Wir wissen, dass Waffen verboten sind, und uns wurde gesagt, wir sollen die Waffen abgeben. Aber wir waren nie sicher, dass man uns ausreichend schützt, und wir erwarteten jeden Augenblick, dass die Albaner uns überfallen. Und darum behalten wir die Waffen, allein wegen unserer Sicherheit.

    Da diese Angst voreinander in allen ethnischen Mischgebieten, in denen Kämpfe ausgetragen wurden, noch besteht, gibt es überall Waffen. Dagegen helfen auch harsche Strafandrohungen nicht, wie sie in Makedonien für die Zeit nach der Aktion angekündigt wurden. Anderes muss her, sagt Dimče Kanevče, Chef der Nichtregierungsorganisation "Genug von Waffen":


    Die Aktion wird fortgesetzt werden, wenn es entsprechende Bedingungen dafür gibt, vor allem wenn das interethnische Vertrauen ein höheres Niveau erreicht hat.