Shein oder Temu
Zwölf Euro mehr pro Jacke: Frankreich erhebt Strafen auf Wegwerfmode

Frankreich geht gegen die Flut von Billigmode vor.

    Die Apps der chinesischen Ultra-Fast-Fashion Shops Temu und Shein
    Chinesische Ultra-Fast-Fashion Shops Temu und Shein (IMAGO / TT / IMAGO / Jessica Gow)
    Die Regierung veröffentlichte im Amtsblatt entsprechende Regeln. Sie gelten ab dem 1. September. Demnach müssen Unternehmen künftig Aufschläge zahlen, wenn sie gegen bestimmte Kriterien verstoßen. Dazu zählen etwa die Menge der Kollektionsmodelle sowie deren Preis im Verhältnis zu einer Reparatur. So sind vor allem Online-Billighändler wie Shein und Temu betroffen. Durch die geplanten Strafen könnten Produkte wie eine Jacke künftig bis zu zwölf Euro teurer werden. Umwelt-Staatssekretär Lefèvre schrieb auf X, Frankreich gehe gegen ein Geschäftsmodell vor, das darauf beruhe, dass ein Kleidungsstück in Rekordzeit von der Ladenfläche in die Mülltonne wandere. Die schädlichen Auswirkungen der Ultra-Fast-Fashion auf unsere Umwelt und unsere Wirtschaft seien bekannt. Ketten wie Zara und H&M sollen nicht unter die neuen Kriterien fallen. Umweltverbände kritisieren das. Der Staat argumentiert, diese Ketten sorgten in Frankreich für Arbeitsplätze und zahlten Steuern.
    Die Strafzahlungen sollen bis 2030 auf mehr als 19 Euro pro Jacke steigen. Das Geld soll in einen Fonds fließen, mit dem vorbildliche Unternehmen unterstützt werden.
    Diese Nachricht wurde am 29.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.