Montag, 11.12.2017
StartseiteSport am Wochenende"Abschaffung des Abseits werden wir nicht erleben"21.01.2017

Bundesligagespräch"Abschaffung des Abseits werden wir nicht erleben"

Flexible Hoffenheimer und einen auf seine Taktik beharrenden Bayern-Trainer hat Blogger Tobias Escher von Spielverlagerung.de zum Bundesligastart 2017 beobachtet. Die Regeländerungs-Vorschläge von FIFA-Direktor Marco van Basten wären natürlich eine "Revolution", die so aber nicht eintreten wird. "Man muss den Fußballfans die Angst nehmen", sagte Escher im DLF.

Tobias Escher im Gespräch mit Matthias Friebe

Tobias Escher, Blogger von spielverlagerung.de, Archivbild (picture-alliance / dpa / Axel Heimken)
Tobias Escher, Blogger von spielverlagerung.de (picture-alliance / dpa / Axel Heimken)

Noch Luft nach oben hätten die Trainer-Neulinge von Darmstadt und Mönchengladbach, analysierte Blogger Tobias Escher von Spielverlagerung.de am 17. Spieltag. "Die Gladbacher sind offensiv sehr harmlos aus der Winterpause zurückgekehrt, hatten keinen Sprit nach vorne. Da hat es für Darmstadt mit einer defensiv stabilen Leistung gereicht. Da muss man noch mehr Arbeit leisten in beiden Fällen."

Das Erfolgsrezept der noch immer ungeschlagenen Hoffenheimer sei deren Flexibilität: "Man hat mit Julian Nagelsmann einen sehr modernen Trainer, der sehr flexibel spielen lässt." Sein Team könne schnell umschalten von Ballbesitz- auf schnelles Vertikalspiel mit direktem Spiel vor das Tor.   

Einen gelangweilt wirkenden FC Bayern erlebte Escher beim knappen 2:1-Sieg gegen den SC Freiburg: "Die Ergebnisse geben Carlo Ancelotti Recht. Pep Guardiola hat sich sehr auf den Gegner eingestellt, egal, welcher es war. Ancelotti ist in diesem Punkt weniger flexibel." Ancelotti versuche, seine Taktik durchzubringen und fixiere eher die großen Spiele. "Gegen RB Leipzig hat man den ominösen Plan ausgepackt, während man gegen Freiburg oder gegen Darmstadt sehr gelangweilt wirkte im Spiel."

Einführung einer Zeitstrafe interessant

Die Regeländerungs-Vorschläge des neuen technischen Direktors der FIFA, Marco van Basten, wären - wenn sie umgesetzt würden - eine Revolution, werden aber so nicht eintreten, beschwichtigte Escher. "Man muss den Fußballfans ein bisschen die Angst nehmen." Van Basten habe keine Macht über den Regeländerungsprozess, das entscheide immer noch die International Football Association Board, "die hauptsächlich aus Briten besteht und die sind bekanntermaßen sehr konservativ. Eine Abschaffung des Abseits werden wir nicht erleben. Das wäre ein viel zu großer Eingriff in das Spiel."

Interessant sei dagegen die Überlegung, statt einer Roten Karte eine Zeitstrafe einzuführen. "Weil man da eine Regelung schafft, unter der Roten Karte für Vergehen, wenn man denkt, das ist jetzt eigentlich zu viel für eine Gelbe, aber zu wenig für eine Rote Karte."

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Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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