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StartseiteSport am WochenendeDaumenschrauben für Doper16.05.2013

Daumenschrauben für Doper

SPD will schärferes Anti-Doping-Gesetz - Mehrheit im Bundestag ist nicht zu erwarten

Es war lange angekündigt - nun, wenige Wochen vor Ende der Legislaturperiode, legt die SPD-Bundestagsfraktion einen Entwurf für ein Anti-Doping-Gesetz vor.

Von Robert Kempe

(Deutschlandradio - Hendrik Maaßen)
(Deutschlandradio - Hendrik Maaßen)

Der Gesetzesentwurf sieht ein generelles Dopingverbot im Sport vor. Athleten, die im Wettkampf oder Training dopen, würden somit strafrechtliche Konsequenzen drohen. Dies gilt aber nur für Sportler, die an organisierten Wettkämpfen teilnehmen, heißt es im Entwurf. Freizeitsportler wären demnach davon nicht betroffen.

Außerdem will die SPD jeglichen Besitz von Dopingmitteln unter Strafe stellen. Strafverfolgungsbehörden sollen so leichter Ermittlungsverfahren einleiten können. Dort wo harte Mittel eingesetzt werden, müssten auch Konsequenzen folgen können, sagt die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion Christine Lambrecht.

"Das war bisher bei geringen Mengen nicht der Fall. Da gab es dann keine Möglichkeit zu ermitteln, weil da kein Anfangsverdacht da war. Und das wollen wir auflösen. Diese Gesetzeslücke wollen wir schließen. Das ist der Hauptgegenstand unseres Antrags."

Derzeit ist im Arzneimittel-Gesetz nur der Besitz von nicht-geringen Mengen an Dopingmitteln unter Strafe gestellt. Die Bundesregierung will demnächst auch den Erwerb verbieten. Dies greife viel zu kurz, sagt die Vorsitzende des Sportausschusses, Dagmar Freitag, SPD,:

"Unser Gesetzentwurf ist der klare Hinweis, dass das was die Bundesregierung vorhat eben nicht ausreicht. Das ist eine softe Verschärfung – wenn man es überhaupt mit dem Wort Verschärfung bezeichnen kann. Das wird den Anti-Doping-Kampf in Deutschland nicht voranbringen."

Eine Mehrheit wird der SPD-Entwurf im Bundestag wohl nicht finden. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christine Lambrecht kündigte an, den Gesetzesentwurf auch in möglichen Koalitionsgesprächen nach der Bundestagswahl zum Thema zu machen.

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