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StartseiteSport am Wochenende"Wada agiert wie ein zahnloser Tiger"01.07.2017

Dopingverdacht gegen russische Fußballer"Wada agiert wie ein zahnloser Tiger"

Die russische Fußball-Nationalmannschaft war im Vorfeld der WM 2014 offensichtlich in ein Manipulationssystem verwickelt. Mögliche Beweismittel wie Urinproben der Spieler würden nicht herausgerückt, sagte Doping-Experte Hajo Seppelt im Dlf und kritisiert in diesem Zusammenhang die Welt-Anti-Dopingagentur.

Hajo Seppelt im Gespräch mit Jessica Sturmberg

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Gruppenbild der russischen Fußball-Nationalmannschaft vor der WM 2014 (dpa/ Grigoriy Sisoev)
Alle gedopt? Das russische Team im Vorfeld der WM 2014 (dpa/ Grigoriy Sisoev)
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Es habe sich um eine so genannte Ausreisekontrolle gehandelt, die Anfang Juni 2014 von der kompletten russischen Fußball-Nationalmannschaft genommen wurde, erklärt Hajo Seppelt. Nach außen hin verkaufte der russische Verband diese Maßnahme damit, dass man die Gesundheit der Spieler überprüfen wollte. In Wirklichkeit sei es darum gegangen zu checken, ob die Fußballer sauber gewesen sind oder nicht. 

"Warum macht Wada nicht mehr Druck?"

Noch spektulärer als die von der Wada beschlagnahmten 155 Urin-Proben der Spieler sei eine weitere Untersuchung der Russen, die von staatlicher Seite angeordnet  worden sei. Diese Beweismittel lagerten in einem Moskauer Kontrolllabor und würden nicht herausgerückt. "Ich frage mich, warum die Wada nicht mehr Druck macht und von ihren Möglichkeiten Gebrauch macht", sagt Seppelt.

Der Journalist Hajo Seppelt während der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (dpa / picture-alliance / Stanislav Krasilnikov)Hajo Seppelt: "Mutko entwickelt sich mehr und mehr zur Witzfigur." (dpa / picture-alliance / Stanislav Krasilnikov)

Wenn die Russen diese Beweismittel unter Verschluss hielten, müsse man mutmaßen, dass es weitere Gründe geben, die mit  einer Vertuschung in Zusammenhang stünden. Einmal mehr zeige sich, dass die Wada wie ein zahnloser Tiger agiere, so Seppelt.

Witzfigur Vitaly Mutko

Auf die Frage, ob es es sich um so genannte "Fake News" handele, so wie vom russischen Verbandspräsidenten Vitaly Mutko behauptet, entgegnete Seppelt: "Vitaly Mutko entwickelt sich mehr und mehr zu einer Witzfigur ddes internationalen Sports." Es sei untragbar, dass Mutko nach wie vor in führender Position unterwegs sei. 

Sollten sich die Verdächtigungen bewahrheiten, würden die Vorfälle um das russische Team jeden Fußball-Dopingskandal der Vergangenheit in den Schatten stellen, bilanziert Seppelt.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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