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StartseiteNachrichten vertieftMarsch der Millionen11.01.2015

FrankreichMarsch der Millionen

Es war die wohl größte Kundgebung in Paris seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Mehr als eine Million Menschen zogen durch die französische Hauptstadt, um ein Zeichen gegen den Terror zu setzen. Viele Staats- und Regierungschefs nahmen teil. In anderen Städten des Landes gingen noch einmal rund eine Million Menschen auf die Straße.

Ein Mädchen auf dem "Marsch der Republik" gegen den Terror in Paris am 11.01.2015 (AFP / Patrick Kovarik)
Mehr als eine Million Menschen gingen allein in Paris auf die Straße (AFP / Patrick Kovarik)
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"Paris ist heute die Hauptstadt der Welt", sagte Frankreichs Präsident François Hollande vor Beginn der Kundgebung im Elysée-Palast. "Das ganze Land wird sich erheben." Bis zum Nachmittag strömten zehntausende Menschen zur Place de la République, von wo aus der Schweigemarsch über zwei Routen bis zur Place de la Nation führen sollte.

Anlass der Großdemonstration waren die Anschläge der vergangenen Woche, bei denen die drei mutmaßlichen Attentäter insgesamt 17 Menschen getötet hatten. Die meisten von ihnen starben bei dem Überfall auf das Satire-Magazin "Charlie Hebdo" am vergangenen Mittwoch.

Europäische Staats- und Regierungschefs nehmen am Gedenkmarsch in Paris teil und setzen so ein Zeichen gegen religiös motivierte Gewalt. (AFP / Philippe Wojazer)Europäische Staats- und Regierungschefs nehmen am Gedenkmarsch in Paris teil und setzen so ein Zeichen gegen religiös motivierte Gewalt. (AFP / Philippe Wojazer)

Merkel: "Ein Meer von Menschen"

An der Spitze des Demonstrationszuges schritten denn auch die Überlebenden des Anschlags auf "Charlie Hebdo", ebenso die Hinterbliebenen der Opfer, gefolgt von zahlreichen Staats- und Regierungschefs aus aller Welt. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel war angereist, sie sprach von einem "Meer von Menschen" und zeigte sich beeindruckt von der "Unterstützung nicht nur aus der Europäischen Union, sondern aus allen Teilen der Welt."

So schritt etwa Ibrahim Boubacar Keita, der Präsident von Mali, zwischen Hollande und dessen Vorgänger Nicolas Sarkozy. Zu den prominenten Teilnehmern zählten auch der britische Premierminister David Cameron, Italiens Regierungschef Matteo Renzi, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sowie der jordanische König Abdullah.

Grenzüberschreitende Solidarität

Auch in anderen französischen Städten gingen zehntausende auf die Straßen, so etwa in Lyon, Rennes, Bordeaux und Marseille. Doch die Solidarität machte nicht an der Grenze halt: In Berlin versammelten sich 18.000 Menschen, Kundgebungen gab es auch in Madrid - dort waren bei einem Bombenanschlag im Jahr 2004 fast 200 Menschen getötet worden.

Die Großkundgebung wurde von einem massiven Aufgebot an Sicherheitskräften geschützt. Insgesamt waren nach offiziellen Angaben mehr als 5.000 Polizisten, Soldaten und Spezialkräfte im Einsatz. Auf den Dächern entlang den Demonstrationszügen waren Scharfschützen positioniert.

Im Vorfeld des Trauermarsches berieten Innenminister aus elf EU-Staaten in Paris über den Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Frankreichs Ressortchef Bernard Cazeneuve sagte, der Terrorismus, wie ihn Frankreich in diesen Tagen erlebt habe, betreffe alle Demokratien. An dem Treffen nahm auch US-Justizminister Eric Holder teil.

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