Corso / Archiv /

 

Is Was?!

Der satirische Wochenrückblick

Von Klaus Pokatzky

Die Baustelle der Elbphilharmonie in Hamburg
Die Baustelle der Elbphilharmonie in Hamburg (AP)

Beim Papst ist die Hölle los und der EU-Kommission passt die deutsche Vorratsdatenspeicherung nicht. Für das angedrohte tägliche Zwangsgeld könnte man sich nach knapp drei Jahren die Elbphilharmonie leisten, die den Steuerzahler über 323 Millionen Euro kosten soll. Günter Grass schreibt gerade ein Gedicht darüber.

Der Vatikan bereitet sich auf das Jahr 2017 vor. Dann ist es 500 Jahre her, dass Doktor Theologiae Martinus Luther seine Thesen gehämmert hat. Seine Doktorarbeit wird gerade von VroniPlag untersucht. Und Günter Grass soll ein Gedicht darüber schreiben.

Bei Luther gab es noch Scheiterhaufen und den Doktor Johann Tetzel. Der Doktor Tetzel – noch ist ihm der Titel nicht aberkannt worden, VroniPlag übernehmen Sie! – ist durch die Lande gezogen und hat Ablässe verkauft. Wer ordentlich gezahlt hat, dem wurden die Sünden erlassen: "Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt."

Der Vatikan macht das nun zeitgemäß. Beim Papst ist ja jetzt die Hölle los. Aus heiterem Himmel kommen lauter geheime Dokumente! Der Kammerdiener schmort im Arrest, aber noch nicht auf dem Scheiterhaufen. Günter Grass schreibt gerade ein Gedicht darüber. Ein italienischer Fernsehmoderator soll 10.000 Euro für eine Papst-Audienz gezahlt haben. Das ist wenigstens eine gerade Zahl.

Der EU-Kommission passt die deutsche Vorratsdatenspeicherung nicht und sie hat der Bundesregierung ein tägliches Zwangsgeld von 315.036 Euro und 54 Cent angedroht. Dafür könnte man sich 31 Besuche beim Papst leisten und es blieben noch 5.036 Euro für den päpstlichen Kammerdiener übrig und 54 Cent für eine arme Pennerseele auf dem Petersplatz.

Für insgesamt zwei Jahre, 296 Tage, 20 Stunden und 39 Minuten an EU-Bußgeld könnte man sich aber auch die Hamburger Elbphilharmonie leisten, die soll den Steuerzahler ja 323.500.000 Euro kosten. Jetzt haben sich die Freie und Harmoniestadt Hamburg und die Baufirma Hochtief darauf geeinigt, dass erst mal Hoch und Tief weitergebaut wird. Damit begibt sich die Elbphilharmonie in einen Wettbewerb mit dem Berliner Großflughafen, was zuerst nicht fertig gebaut ist.

Vielleicht könnten die mal echte Profis einstellen: So einen wie den Josef Ackermann, der ja nicht mehr Chef der Deutschen Bank ist. Ein Schweizer. Früher, wenn die Österreicher gegen uns im Fußball gewonnen haben, haben sie immer gesagt: Rache für Königgrätz! Das war die Schlacht von 1866, wo die Preußen die Österreicher geschlagen haben. War auch nicht ganz billig. Jetzt macht der Joe Ackermann bei einem Schweizer Unternehmen weiter. Deshalb haben uns die Schweizer gleich im Fußball besiegt: Rache für Ackermann! Günter Grass schreibt schon.

Die Schweizer sind eben schlaue Kerlchen und Kerlchinnen. Die haben schon lange eine Maut für ihre Autobahnen. Bei uns wird darüber so gestritten wie früher über die Thesen vom Doktor Luther.

Jetzt hat eine Partei gesagt, dass die Maut kommen kann, wenn das Betreuungsgeld nicht kommt. Das klingt ziemlich irre und ist deshalb nicht von der Piratenpartei, sondern von der FDP.

Auf jeden Fall sollten wir eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Autobahnen einführen. Das wäre eine Betreuungsgebühr für unsere heimischen Lurche. Wir haben da Nachholbedarf. Im mittelamerikanischen Panama ist jetzt eine Froschart entdeckt worden – da kommen wir nicht mit - wenn man sie berührt, sondern die Frösche eine gelbe Farbe ab. Fehlt nur noch das Blau dazu und es wären FDP-Frösche. Günter Grass schreibt gerade ein Gedicht darüber.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Corso

Ray Cokes"Ich spielte Videogames und schaute Pornos"

Der ehemalige MTV-Moderator Ray Cokes

Ray Cokes wurde mit der MTV-Show "MTV's Most Wanted" zum Moderatorenlegende. Doch nach dem Bruch mit dem Musiksender ging es rapide bergab. Im DLF erzählt er von den guten Zeiten - und wie er in die Depression rutschte.

Mein Klassiker Peter Licht: "Der Partyschreck" mit Peter Sellers

Musikprojekt "Bootleg": Klänge mit Füßen getreten

Krazy-Kat-Comic mit einem multimedialen Konzert geehrt

Manu Katché"Ich tauche ein in den Groove"

Manu Katché spielt Schlagzeug auf einer Bühne.

Manu Katché hat mit Peter Gabriel und dem Song "Sledgehammer" Musikgeschichte geschrieben. Der Erfolg öffnete ihm alle Türen: Er arbeitete mit Sting, Tori Amos, den Dire Straits und den Eurhythmics. Das erlaubte dem 55-Jährigen, wählerisch zu sein: Mick Jagger erteilte er eine Abfuhr.

"Rock Covers" Bildband über Kunst auf Plattencovern