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StartseiteUmwelt und VerbraucherKraftstoffmix aus Erdgas und Biomethan21.01.2010

Kraftstoffmix aus Erdgas und Biomethan

"dena" stellt mögliche Alternativen vor

Im Verkehrssektor die CO2-Emissionen abzusenken, fällt bis lang besonders schwer. Als klimaschonende Alternative zu Benzin und Diesel aus Erdöl wirbt deshalb die Deutsche Energieagentur "dena" für Erdgas und Biomethan. Derzeit liegt deren Anteil am Kraftstoffmix lediglich bei 0,3 Prozent - deshalb forderte die DENA in Berlin entschlossenes Handeln.

Von Philip Banse

Ein Zapfhahn für Erdgas (AP)
Ein Zapfhahn für Erdgas (AP)

Die Deutsche Energieagentur hat - unterstützt von der Industrie, die Erdgas verkauft - eine Studie erstellt. Danach sollte wesentlich mehr Erdgas und auch Biomethan dazu benutzt werden, um Autos anzutreiben. Derzeit sind nur 0,2 Prozent aller Autos in Deutschland mit Erdgas betrieben. Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, dass Erdgas bis 2020 einen Anteil von vier Prozent am Kraftstoffmarkt hat. Derzeit sind es 0,3 Prozent. Stephan Kohler von der Deutschen Energieagentur moniert:

"Dass wir mit der bisherigen Strategie dieses Ziel nicht erreichen. Und deswegen muss die Bundesregierung auch da unter politischer Sicht noch mal nachlegen."

Heute gibt es nämlich nur 85.000 Ergasfahrzeuge. 1,4 Millionen könnten es 2020 sein, so Kohler, wenn die Strategie stimmt. Dafür formuliert die "dena" verschiedene Forderungen. Zum einen müssten die Preise an den Tankstellen anders ausgezeichnet werden. Derzeit werden die Preise für Benzin und Diesel in Liter, die für Gas aber in Kilogramm angegeben – das verwirre die Verbraucher, so Stephan Kohler:

"Ich fahre selber eine Erdgasfahrzeug privat 400 bis 450 Kilometer und zahle an der Zapfsäule 20 Euro. Das macht richtig Spaß, 400 Kilometer für 20 Euro zu fahren. Aber diesen Preisvergleich muss man auch dem Kunden klar machen. Die unterschiedlichen Angaben – Liter, Kilogramm – verwirren."

Zweitens müsse die Politik alle Beteiligen an einen Tisch holen, um das Henne-Ei-Problem zu lösen: Zu wenig Erdgas-Tankstellen, also zu wenig Erdgas-Autos, also zu wenig Tankstellen.

"Dieses Henne-Ei-Problem muss aus unserer Sicht gelöst werden, dass es wirklich eine konzertierte Aktion geben muss zwischen den verschiedenen Akteuren, also Fahrzeughersteller, Fahrzeughändler, Tankstellen, dass auch das Erdgasfahrzeug entsprechend beworben wird im Kundengespräch."

So sei der Komfort von Erdgas-Autos ähnlich dem normaler Autos. Erdgas-Autos seien zudem billiger. Günstigerer Kraftstoff, aber teurere Motoren – nimmt man alle Kosten zusammen, seien Erdgas-Autos 15 bis 20 Prozent günstiger, sagt Timm Kehler, Geschäftsführer von Erdgas mobil, einer Firma, die für die Erdgasindustrie Ergas als Autokraftstoff voranbringen soll.

Kehler nennt als weiteren Vorteil die Klimabilanz von Erdgas und Biogas. Diese Klimabilanz ist sehr umstritten. Die Bundesregierung will immer mehr Biomethan dem normalen Erdgas beimischen, das ist Methan, das aus Mais, Gülle und Bioabfällen gewonnen wird. Zwar ist das an sich sehr klimafreundlich, aber auch der Mais muss irgendwo angebaut werden, macht anderen Pflanzen Konkurrenz und der Mais-Anbau kostete ebenfalls Energie.

Die Bundesregierung will, dass bis 2030 rund 10 Prozent des heutigen Erdgasverbrauchs mit Biomethan gedeckt wird. Deswegen sei Erdgas im Auto ein sehr klimafreundlicher Kraftstoff, sagt Stephan Kohler – vor allem, wenn Biogas beigemischt werde:

"Wenn Erdgas eingesetzt wird, können wir die CO2-Emissionen um bis zu 40 Prozent reduzieren. Und der besondere Vorteil ist eben, dass durch die Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz zukünftig eben ein immer höherer Anteil von Biogas angeboten wird – was dann zusätzlich die CO2-Emissionen reduziert."

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