Archiv


Magnetfelder als Geburtshelfer

Seit Langem wissen die Astronomen, dass die Sterne im Kosmos nicht alle gleichzeitig entstanden sind. Neue Sterne entstehen auch heute noch, und sie wachsen in der Regel aus riesigen kalten Gaswolken heran, die sich verdichten und zusammenziehen.

Von Hermann-Michael Hahn |
    Solche Sternentstehungsregionen verraten sich in vielen Fällen durch farbenprächtige Gasnebel, die von den gerade entstandenen heißen Sternen zum Leuchten angeregt werden. Der Orion-Nebel im Sternbild Orion am Winterhimmel ist ein eindrucksvolles Beispiel für ein vergleichsweise nahes Sternentstehungsgebiet.

    Was aber bringt Gaswolken dazu, sich zu neuen Sternen zu verdichten? Hua-bai Li und Thomas Henning vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg haben eine möglicherweise entscheidende Beobachtung gemacht, um dieses Rätsel zu lösen.

    Mit einem speziellen Radioteleskop auf Hawaii untersuchten sie die Ausrichtung von Magnetfeldern im Innern solcher ausgedehnter Gaswolken - allerdings nicht in unserem Milchstraßensystem, sondern in der rund drei Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie M 33 im Sternbild Dreieck.

    Dabei fanden sie, dass die Magnetfelder im Innern der Wolken genauso ausgerichtet waren wie in den angrenzenden Spiralarm-Regionen. Offenbar sind die Magnetfelder einer Galaxie stark genug, um mögliche turbulente Strömungen in solchen kollabierenden Gaswolken im Zaum zu halten und so ein Auseinanderdriften der Wolken zu erschweren.

    Damit haben die Heidelberger Astronomen eine lang gehegte Vermutung bestätigt: Magnetfelder in Galaxien, die mit den Spiralarmen zusammenfallen, wirken als Geburtshelfer für neue Sterne.

    Mehr über galaktische Magnetfelder und Sternentstehung

    Mehr über das Magnetfeld unserer Milchstraße