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Seit 11:05 Uhr Gesichter Europas

Morgenstadt

Wie wir morgen leben

Seit 2007 lebt mehr als die Hälfte der Menschheit in Städten, Tendenz stark steigend. Die Stadt wird das Ökosystem sein, in dem unsere Spezies künftig in ihrer überwältigenden Mehrheit versammelt sein wird. Das ist auf der einen Seite effizient, denn Städte belegen heute nur zwei Prozent der Erdoberfläche. Auf der anderen verbrauchen ihre Bewohner allerdings bereits jetzt 75 Prozent der Ressourcen und sind für den größten Teil der Abgase, Abwässer und des Mülls verantwortlich. Städte sind offenkundig sowohl Problem als auch Lösung. Die Frage ist, welche Seite überwiegen wird.

Rezension: Dagmar Röhrlich

Hans-Jörg Bullinger, Brigitte Röthlein: Morgenstadt. Wie wir morgen leben (Hanser Verlag)
Hans-Jörg Bullinger, Brigitte Röthlein: Morgenstadt. Wie wir morgen leben (Hanser Verlag)

In dem Buch "Morgenstadt" liefern Hans-Jörg Bullinger, bis vor kurzem Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, und die Wissenschaftsjournalistin Brigitte Röthlein eine umfassende Vision, wie Städte zur Lösung etlicher Probleme beitragen können. In der Morgenstadt werden die Nachteile von Megastädten und anderen Ballungsräumen mit viel Technologieeinsatz aufgewogen, schließlich ist das das Kerngeschäft der Fraunhofer-Gesellschaft. Für jeden Aspekt einer gewaltigen Ansammlung von Individuen, wie sie eine Stadt darstellt, gibt es in dem Buch ein Kapitel: Für Energie ebenso wie für Wasser, für Bauten ebenso wie für Verkehr, für Ernährung, Sicherheit oder Kommunikation. Nach einer kurzen Skizze der Herausforderung werden Lösungen vorgestellt, und das nicht nur für die typische europäische Stadt. Die asiatischen Megastädte werden ebenso thematisiert wie die wuchernden afrikanischen Metropolen oder die ausufernden amerikanischen Vorstadtlandschaften. Überall sind Fraunhofer-Experten tätig, denn die Wissenschaftler der Forschungsgesellschaft sind rund um die Welt begehrte Kooperationspartner.

Wer sich also umfassend über die Zukunft der Stadt informieren will, findet in dem Buch sehr viel anregenden Stoff zum Nachdenken. Und es ist eine hervorragende Grundlage fürs Weiterlesen. Letzteres ist wichtig, denn in "Morgenstadt" kommen vor allem Fraunhofer-Projekte zur Sprache. Weniger Bullinger und mehr Röthlein wäre da spannender gewesen. Aber als Ausgangspunkt ist das Buch sehr zu empfehlen.

Hans-Jörg Bullinger, Brigitte Röthlein: Morgenstadt. Wie wir morgen leben
ISBN: 978-3-446-43203-1
Hanser Verlag, 286 Seiten, 24,90 Euro

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