Montag, 11.12.2017
StartseiteForschung aktuellDer Nachweis einer Vision03.10.2017

Physik-NobelpreisDer Nachweis einer Vision

Albert Einstein hatte sie vorhergesagt, drei US-Wissenschaftler wiesen den Weg, um sie nachzuweisen: die Gravitationswellen. Für ihre Forschung erhalten Rainer Weiss, Kip Thorne und Barry Barish den Physik-Nobelpreis 2017.

Ein schwarzes Loch (Imago / Mark Garlick/Science Photo Library)
Eine Simulation eines Schwarzen Lochs (Imago / Mark Garlick/Science Photo Library)
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Gravitationswellen Drittes Signal empfangen

Gravitationswellen sind winzige Kräuselungen der Raumzeit. 100 Jahre nachdem Albert Einstein ihre Existenz mit seiner Allgemeinen Relavititätstheorie vorgergesagt hatte, konnte das internationale Team des Gravitationswellen-Observatoriums LIGO erstmals die Gravitationswellen von zwei Schwarzen Löchern auffangen. 

Für diesen Nachweis bekommen drei US-Wissenschaftler den Nobelpreis für Physik: Rainer Weiss (Massachusetts Institute of Technology), Kip Thorne (California Institute of Technology) und Barry Barish (California Institute of Technology). Das gab heute das Nobelpreis-Kommitee in Stockholm bekannt.

Dlf-Wissenschaftsredakteur Ralf Krauter erklärt die Bedeutung der preisgekürten Forschung im Video:

Empfindlichsten Messgeräte der Welt

Die drei Wissenschaftler arbeiteten zusammen in der LIGO-Kooperation. Diese baute die riesigen Detektoren, die die Gravitationswellen nachweisen konnten. "Es sind die empfindlichsten Messgeräte, die Menschen je konzipiert haben," sagt Ralf Krauter aus der Dlf-Wissenschaftsredaktion.

Der Nachweis der Gravitationswellen wird seit der ersten Detektion am 14. September 2015 als heißer Favorit für den Physik-Nobelpreis gehandelt. Das ist außergewöhnlich, weil es oft Jahre dauert, bis eine nobelpreiswürdige Entdeckung auch tatsächlich ausgezeichnet wird.

Mehrere tausend Forscher arbeiten in der LIGO-Kooperation

Unklar war bis zuletzt, welche Wissenschaftler den Preis erhalten werden. Denn in der LIGO-Kooperation arbeiten mehrere tausend Wissenschaftler zusammen, auch Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Hannover und Potsdam sind beteiligt. Der Preis darf laut Alfred Nobels Vermächtnis aber maximal zwischen drei Personen aufgeteilt werden. Ralf Krauter aus unserer Wissenschaftsredaktion erklärt, warum Weiss, Thorne und Barish den Preis bekommen: "Weiss, Thorne und Barish riefen das LIGO-Projekt ins Leben und haben es am Laufen gehalten. Sie haben die Gelder locker gemacht und dafür gesorgt, dass die Vision über 20, 30 Jahre in die Wirklichkeit umgesetzt wurde."

Die Arbeit ist noch nicht beendet

Die Nobelpreise werden am 10. Dezember in Stockholm vergeben. Sie sind mit rund 940 000 Euro dotiert. Der zukünftige Nobelpreisträger Weiss war kurz nach der Bekanntgabe der Pressekonferenz telefonisch zugeschaltet. Für ihn ist die Arbeit noch lange nicht beendet. Es gebe im Weltall immer noch viele Dinge zu entdecken, sagte Weiss.

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