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StartseiteForschung aktuellResveratrol: Pflanzlicher Abwehrstoff mit wundersamen Wirkungen19.10.2011

Resveratrol: Pflanzlicher Abwehrstoff mit wundersamen Wirkungen

Mraseks Molekül-Mosaik

Resveratrol zählt zu den Phytoalexinen, den pflanzlichen Schutzmolekülen. Resveratrol zählt nicht nur zu den geschmacksbildenden Stoffen im Wein, sondern ist offenbar auch ein gesundheitsfördernder Tausendsassa.

Von Volker Mrasek

Resveratrol soll blutdrucksenkend wirken und Herzinfarkten vorbeugen. (Tobias Stengel)
Resveratrol soll blutdrucksenkend wirken und Herzinfarkten vorbeugen. (Tobias Stengel)
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Mraseks Molekül Mosaik

Resveratrol. Ein sperriger Name, aber er gehört zu einem spannenden Naturstoff ...

"Resveratrol ist schon ‘was Besonderes, schon fast Einmaliges."

Das Biomolekül zählt zu den Phytoalexinen. Pflanzen stellen solche Abwehrstoffe her, wenn sie von Mikroorganismen befallen werden. Doch Resveratrol könnte auch für unsereins von großem Nutzen sein. Die Substanz wird seit mehreren Jahren intensiv beforscht. Womöglich hält sie vielfältige gesundheitsfördernde Wirkungen für uns bereit ...

"Ich habe jetzt eine ganz normale Rebschere."

"Jetzt schneiden wir die überschüssigen Trauben weg."

"So schwer mir das fällt: Müssen wir leider zwei rausschneiden."

Kulturmaßnahmen im Weinberg. Ein Ort, an dem wir auch Resveratrol antreffen.

Die höchsten Konzentrationen des pflanzlichen Schutzmoleküls wurden bisher in einem Knöterich gemessen. Gewisse Mengen Resveratrol enthält aber auch Wein. Sie stecken in der Schale der Trauben ...

"Der Gehalt von Resveratrol ist in Rotwein höher als in Weißwein."

Ein, zwei Gläser pro Tag gelten als gesund. Resveratrol könnte einer der Gründe dafür sein, wie Huige Li sagt. Der gebürtige Chinese ist Professor für Pharmakologie an der Universität Mainz und befasst sich mit Resveratrol. Anfangs galt der Stoff als Substanz, die aggressive Sauerstoff-Verbindungen in Körperzellen unschädlich macht ...

"Also, jetzt weiß man schon, dass das Molekül viel, viel mehr tut, als man ursprünglich vermutet hat. Zumindest das hat man jetzt in Zellkultur-Untersuchungen und in Tierexperimenten gefunden."

Demnach wirkt Resveratrol blutdrucksenkend. Es beugt Herzinfarkten vor, indem es verhindert, dass Blutplättchen verklumpen und Gefäße verstopfen. Selbst gegen Krebszellen erwies sich der Stoff schon als wirksam ...

"Es gibt noch mehr als das. Resveratrol kann auch Blutzucker senken, also hat auch eine Wirkung gegenüber Diabetes. Resveratrol verlängert auch die Lebensdauer von einigen Organismen. Zum Beispiel Fadenwürmer. Oder Fruchtfliege."

"Wunderschön ist die Aromaausbildung.”

"Genauso wie hier diese reifen Noten, ...”

"Ja, ja.”

"... die sind da wirklich exzellent.”

Die große Frage ist nur: Entfaltet Resveratrol seine wundersame Wirkung auch nach dem Genuss von Wein?

Pharmakologe Li gibt zu bedenken, dass viele der positiven Effekte in Tier- und Zellkulturversuchen bei hohen Dosen von Resveratrol auftraten. Deswegen vermarkten Hersteller das Biomolekül neuerdings konzentriert in Kapselform. Li sieht das skeptisch. Denn noch fehlten aussagekräftige Studien am Menschen, erst recht über Langzeitwirkungen der Einnahme:

"Zurzeit gibt es über zehn klinische Studien, die am Laufen sind. Also, am besten bleiben wir ein bisschen geduldig und warten darauf, was aus diesen Studien rauskommt."

Aber immerhin: Blutdrucksenkend und gefäßerweiternd wirkt Resveratrol offenbar schon in Mengen wie im Wein ...

"Was man empfehlen kann, ist moderater Weinkonsum. Zwei Gläser Rotwein pro Tag, das ist auf jeden Fall protektiv ..."

... also gesund fürs Herz, sagt jedenfalls der Pharmakologe ...

"Der Wein hat Fülle. Ist runder, samtiger. Unglaublich!"

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