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Startseite@mediasres"Diese Geschichten gehen alle an"19.02.2018

"Vergessene Nachrichten" 2018"Diese Geschichten gehen alle an"

"Vergessene Nachrichten" - das sind Themen, die gesellschaftliche Bedeutung haben, aber dennoch kaum Beachtung finden, sagte der Journalistikprofessor Hektor Haarkötter im Dlf. Die Initiative Nachrichtenaufklärung hat sich zur Aufgabe gemacht, auf solche Themen hinzuweisen.

Hektor Haarkötter im Gespräch mit Stefan Koldehoff

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Diskussionsrunde beim 3. Kölner Forum für Journalismuskritik: Hektor Haarkötter, Barbara Ruscher und Wilfried Schmickler (v.l.n.r.) (Bettina Fuerst-Fastre)
Hektor Haarkötter bei einer Diskussionsrunde (Bettina Fuerst-Fastre)
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Die Initiative Nachrichtenaufklärung e.V. 

Jedes Jahr präsentiert die "Initiative Nachrichtenaufklärung" gemeinsam mit der Deutschlandfunk-Nachrichtenredaktion die "Vergessenen Nachrichten", also Themen, die in den Medien und Öffentlichkeit kaum Beachtung finden. Die Liste wird einmal im Jahr von einer Jury aus Wissenschaftlern und Journalisten erstellt.  

Inklusion am Arbeitsplatz wurde zur wichtigsten "Vergessenen Nachricht" 2018 gewählt. Die Jury der "Initiative Nachrichtenaufklärung" findet, dass die Situation von Menschen mit Behinderung in der Arbeitswelt nicht genügend berücksichtigt wird. Inklusion werde zu sehr nur im Bezug auf Schule und Ausbildung thematisiert. Auf Platz 2 wurde Portugal und sein Umgang mit der Finanzkrise gewählt. Das Land konnte seinen Haushalt weitgehend sanieren ohne einseitig nur auf Sparpolitik zu setzen. Auf den dritten Platz setzte die Jury den Monsun 2017 in Asien. Davon waren mehr Menschen betroffen als vom Hurrikan in Texas. Über letzteren wurde aber weitaus stärker berichtet.

Vielschichtige Gründe für die "Vergessenen Nachrichten"

Die Gründe für fehlende Berichterstattung seien insgesamt sehr unterschiedlich, erläuterte Hektor Haarkötter in @mediasres. Im Redaktionsalltag seien viele Themen schwer zu recherchieren: Ein hoher Zeitaufwand und kaum zu erreichende Kontaktleute würden die Recherche erschweren. Nachhaltige Geschichten brauchten mehr Zeit, so der Medienwissenschaftler. Oft meinten Redaktionen, dass ihre Hörer und Zuschauer die Themen nicht interessiert und kauften sie daher gar nicht erst ein. Andere Themen stellten längerfristige Prozesse dar, die oft keinen konkreten Aufhänger hätten.

Berichte sollen Menschen erreichen

Die LIste der "Vergessenen Nachrichten" bezieht sich auf überregionale Themen. "Diese Geschichten gehen alle an, deshalb sollten alle die Möglichkeit haben, sie zu erfahren", sagte Hektor Haarkötter.

Der gemeinnützige Verein "Initiative Nachrichtenaufklärung" nimmt Vorschläge aus der Bevölkerung an. Jeder kann über die Website Themen einreichen, wenn der der Meinung sind, das es mehr Berichterstattung über diese gesellschaftlich-relevanten Vorgänge geben müsse. Bei der Auswertung helfen studentische Projekte an mehreren deutschen Hochschulen.

 

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