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Seit 17:30 Uhr Kultur heute
StartseiteWirtschaft am MittagEuropäische Wirtschaft fordert von China mehr Fairness01.09.2016

Vor dem G20-Gipfel Europäische Wirtschaft fordert von China mehr Fairness

Am Wochenende empfängt Chinas Staatschef Xi in Hangzhou zahlreiche Staats- und Regierungschefs zum G20-Gipfeltreffen. Im Vorfeld fordert die europäische Wirtschaft zum wiederholten Mal mehr Möglichkeiten, in China zu investieren: Die chinesische Regierung müsse endlich mehr Wettbewerb zulassen, klagt die Europäische Handelskammer.

Von Steffen Wurzel

Eine Frau geht vor einem Plakat zum G20-Gipfel in Hangzhou vorbei. (imago / Xinhua)
Vor dem G20-Gipfeltreffen im chinesischen Hangzhou klagt die europäische Wirtschaft über unfaire Bedingungen in China. (imago / Xinhua)
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Drei Tage vor dem G20-Gipfeltreffen im chinesischen Hangzhou beklagt die europäische Wirtschaft unfaire Bedingungen in China. Mehr Gegenseitigkeit, mehr gegenseitige Fairness, fordert die Europäische Handelskammer von der Führung in Peking:

"Wir haben immer noch diese Zugangsprobleme in China. Einige Marktsegmente sind total verschlossen für uns. Auf der anderen Seite sind die chinesischen Firmen völlig frei im europäischen Markt und kaufen sich bei Unternehmen ein", sagt Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer, dem wichtigsten Lobbyverband europäischer Firmen in China:

"Das kommt einem schon so vor, als sei Europa das Buffet und wir in China sind nur mit einem kargen Menü. Die Chinesen sind völlig frei in Europa und wir sind immer noch mit der Zwangsjacke unterwegs hier."

Chinesische Investoren kaufen massenweise Firmen in Europa auf

In den vergangenen Monaten haben chinesische Investoren in Europa massenweise Firmen aufgekauft, vor allem in den Bereichen Automobilbau, Infrastruktur und Zuliefertechnik. Großes Aufsehen in Deutschland hat zuletzt der Fall Kuka gemacht. Der Mittelständler aus Bayern ist einer der führenden Roboter-Hersteller weltweit. Ein chinesischer Investor hat zugeschlagen und Kuka mehrheitlich gekauft.

Die Firma selber ist darüber gar nicht mal traurig. Ein chinesischer Eigner bedeutet schließlich: exzellente Chancen auf dem chinesischen Markt. Strategisch und langfristig gesehen, das finden die meisten Wirtschaftspolitiker aber, sei es fatal, wenn Hochtechnologie wie die von Kuka nach Asien verkauft wird.

Grundsätzlich begrüßt die Europäische Handelskammer, dass China in der EU investiert. Umgekehrt fordert man aber auch mehr Möglichkeiten zum Investieren in China für europäische Unternehmen.  Jörg Wuttke betont: Die Regierung in Peking müsse endlich mehr Wettbewerb zulassen. Versprochen habe sie viel, aber:  

"Die Umsetzung ist anscheinend unglaublich schwierig. Wir sehen Lokalprotektionismus, wir sehen Interessengruppen, die sich den Reformen entgegenstellen. Das hat auch damit zu tun, dass der Staat Aktionär in den meisten großen Firmen und Banken ist. Da ist inzwischen eine Art Dualität entstanden. Es gibt einige gute Reformer in der Kommunistischen Partei. Und dann aber auch widerstrebende Regierungsbeamte, vor allem auf dem lokalen Niveau."

Forderungen der Europäischen Handelskammer sind nicht neu

Das führe zu Stillstand und schade auch der europäischen Wirtschaft. Die Forderungen der Europäischen Handelskammer sind nicht neu. Dass der Lobbyverband das Thema kurz vor dem G20-Gipfeltreffen noch mal nach vorne bringen will, zeigt aber, dass sich wenig zum Besseren entwickelt hat in den vergangenen Monaten.

Der Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Hangzhou in der Nähe von Shanghai beginnt am Sonntag. Mit dabei sind neben Chinas Staatschef Xi unter anderem auch Bundeskanzlerin Merkel und US-Präsident Obama. Eines der fünf großen Themenbereiche bei den Gesprächen wird der internationale Handel sein. Dass sich das Gastgeberland China auf eine kritische Diskussion in Sachen Handelshemmnisse einlassen wird, ist aber nicht zu erwarten.

 

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