Biologisch abbaubare Werkstoffe werden bereits für Schrauben, Nägel oder kleinere Knochenplatten eingesetzt. Sie halten eine gewisse Zeit und werden dann vom Körper in ihre Bestandteile zerlegt und abgebaut. Komplexere Teile, etwa größere Schädelplatten müssen allerdings nach wie vor mit dauerhaften Materialien, etwa Titan, hergestellt werden. Doch viele Patienten empfinden eine Schädeldecke aus Metall auf Dauer als unangenehmen Fremdkörper. Und oft muss ein Dauerimplantat auch gar nicht sein, weil der Knochen die Lücke schließen kann. Doch dieser Wachstumsprozess dauert lange und so lange muss das Implantat den Schutz übernehmen. Außerdem muss es porös genug sein, damit sich die Knochenzellen ansiedeln können. "Wir denken daher an ein zweischichtiges Implantat, an dessen Innenseite sich der Werkstoff zuerst auflöst und außerdem porös ist", erklärt der Koordinator der interdisziplinären Arbeitsgruppe Stefan Weihe.
Das Material ist ein und derselbe Stoff, der allerdings in zwei Versionen vorkommt. Es ist ein Polylactid, das bereits für bioabbaubare Schrauben und Platten verwendet wird. Es existiert in zwei Strukturen, die wie Spiegelbilder aufgebaut sind. Der Stoff mit der linksorientierten Struktur ist dauerhaft und baut sich erst nach zehn oder zwölf Monaten ab, der mit der rechtsorientierten Struktur beginnt sich dagegen schon nach einigen Wochen aufzulösen. Beide Versionen werden jetzt zu einem Implantat mit den gewünschten Eigenschaften kombiniert. "Wir haben dafür verschiedene Herstellungsweisen kombiniert", so Weihe, "die Außenseite wird durch Schmelz- oder Heißpressen hergestellt, die Innenseite durch ein Begasungsverfahren." Durch Kohlendioxid wird der Innenteil porös, so dass sich Knochenzellen einlagern können. Allerdings muss das Lactid mit Calciumphosphat abgepuffert werden, da es sich zunächst in saure Bestandteile zersetzt. Im Laborversuch hat sich der Werkstoff bereits bewährt, allerdings müssen noch lange Forschungsreihen die tatsächliche Tauglichkeit erweisen.
[Quelle: Matthias Hennies]
Das Material ist ein und derselbe Stoff, der allerdings in zwei Versionen vorkommt. Es ist ein Polylactid, das bereits für bioabbaubare Schrauben und Platten verwendet wird. Es existiert in zwei Strukturen, die wie Spiegelbilder aufgebaut sind. Der Stoff mit der linksorientierten Struktur ist dauerhaft und baut sich erst nach zehn oder zwölf Monaten ab, der mit der rechtsorientierten Struktur beginnt sich dagegen schon nach einigen Wochen aufzulösen. Beide Versionen werden jetzt zu einem Implantat mit den gewünschten Eigenschaften kombiniert. "Wir haben dafür verschiedene Herstellungsweisen kombiniert", so Weihe, "die Außenseite wird durch Schmelz- oder Heißpressen hergestellt, die Innenseite durch ein Begasungsverfahren." Durch Kohlendioxid wird der Innenteil porös, so dass sich Knochenzellen einlagern können. Allerdings muss das Lactid mit Calciumphosphat abgepuffert werden, da es sich zunächst in saure Bestandteile zersetzt. Im Laborversuch hat sich der Werkstoff bereits bewährt, allerdings müssen noch lange Forschungsreihen die tatsächliche Tauglichkeit erweisen.
[Quelle: Matthias Hennies]