Bundestag
Abgeordnete erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus

Mit der traditionellen Gedenkstunde erinnert der Bundestag heute an die Opfer des Nationalsozialismus. Diesjährige Hauptrednerin ist die Holocaust-Überlebende Tova Friedman aus den USA. Zudem werden Musikstücke von Komponisten aufgeführt, die selbst Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wurden.

    Die Holocaust-Überlebende Tova Friedman besucht das Bundesarchiv.
    Tova Friedman wird eine Rede zum Holocaust-Gedenktag 2026 im Bundestag halten. (Markus Lenhardt / dpa / Markus Lenhardt)
    Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hält die Begrüßungsansprache. Die CDU-Politikerin sagte im Vorfeld: "Die authentische Stimme von Tova Friedman als Mahnerin in der Gegenwart und ihr besonderer Einsatz gegen das Vergessen sind wichtiger denn je."
    Die US-Amerikanerin Tova Friedman wurde 1938 in Gdingen unweit von Danzig geboren. Die Nationalsozialisten deportierten sie als Fünfjährige in das deutsche Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im besetzten Polen. Sie und ihre Mutter überlebten Auschwitz. Ihr Vater wurde von Auschwitz in das KZ Dachau verschleppt und überlebte ebenfalls. In Berlin kamen die drei nach dem Krieg in einem Übergangslager wieder zusammen, bevor die Familie später in die USA auswanderte. Die heute 87-Jährige ist eine engagierte Zeitzeugin, Therapeutin und Autori. Sie produziert gemeinsam mit ihrem Enkel kurze Videos für Tiktok, um über den Holocaust zu informieren.
    Den musikalischen Rahmen bilden Solo-Stücke der verfolgten Komponisten Marius Flothuis und Josima Feldschuh. Die Gedenkstunde findet jährlich rund um den 27. Januar statt, dem Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz.

    Weitere Informationen:

    Holocaust-Gedenktag - Auschwitz-Überlebender warnt vor zunehmendem Hass
    Diese Nachricht wurde am 28.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.