Holocaust-Gedenktag
Auschwitz-Überlebender warnt vor zunehmendem Hass

Am 81. Jahrestag der Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau ist vielerorts der Opfer des Nationalsozialismus gedacht worden. Bei der zentralen Gedenkfeier in Polen warnte der Auschwitz-Überlebende Bernard Offen vor einem zunehmendem Hass in der Gesellschaft.

    Der Hashtag «#WeRemember» (wir erinnern uns) wird anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust auf des Brandenburger Tor projiziert.
    Holocaust-Gedenken in Berlin (picture alliance / dpa / Christoph Soeder)
    Es gebe derzeit viele Zeichen, die ihm nur allzu bekannt seien, sagte der 96-Jährige. Er habe erlebt, wohin Gleichgültigkeit führen könne. Die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau hatte in diesem Jahr auf Reden von Politikern und Diplomaten verzichtet. Man wolle die Aufmerksamkeit auf die Überlebenden richten.

    Steinmeier fordert "Haltung und Handeln"

    Bundespräsident Steinmeier rief dazu auf, Antisemitismus offen entgegenzutreten. Es seien "Haltung und Handeln" gefragt, sagte Steinmeier dem ARD-Fernsehen. Wenn Antisemitismus auf Straßen, aber auch im privaten Umfeld laut werde, müsse dem widersprochen werden.
    Mit dem Holocaust-Gedenktag wird an die Ermordung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus erinnert. Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee Auschwitz-Birkenau befreit.

    Weiterführende Informationen

    Interview mit der Holocaust-Überlebenden Irene Bindel zum Holocaust-Gedenktag (Audio)
    Geheimer jüdischer Widerstand im Holocaust: Versteckt überleben. Ein Feature (Audio)
    Holocaustgedenken – Virtuelle Zeitzeugen und digitales Erinnern (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 28.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.