Protest gegen Gesundheitssparpaket
Arztpraxen geschlossen, Einschränkungen in Kliniken, Kundgebungen

Deutschlandweit sind heute viele Arztpraxen ganz oder teilweise geschlossen geblieben. Verschiedene Berufsverbände und Gewerkschaften hatten zu Protestaktionen gegen die Sparpläne der Bundesregierung im Gesundheitsbereich aufgerufen.

    Leere Stühle in einem lichtdurchfluteten Wartezimmer einer Arztpraxis
    Protest gegen Reformpläne: Ärzte lassen ihre Praxen zu. (IMAGO / BREUEL-BILD / IMAGO)
    Hintergrund sind die Bemühungen der Politik, die Krankenkassen zu entlasten. In Baden-Württemberg appellierte der Hausärztinnen- und Hausärzteverband an seine Mitglieder, die gesamte Woche lang jeden zweiten Sitzplatz in ihren Wartezimmern zu sperren. Auch an Krankenhäusern wurden Protestaktionen gestartet. Darüber hinaus gibt es an verschiedenen Orten Kundgebungen. Verdi mobilisierte zudem Pflegekräfte. Nach dem GKV-Sparpaket folge der nächste Schlag, erklärte die Gewerkschaft und führte aus: Ein Referentenentwurf zur Pflegereform setze die Tariflohnpflicht in der Altenpflege aus. Die Hauptkundgebung findet in Hannover statt. Dort kommen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern heute zu zweitägigen Beratungen zusammen.
    Die Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen ‌ist nach Presseinformationen ⁠angespannter als bislang angenommen. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet demnach im laufenden Jahr mit um 3,5 Milliarden Euro höheren Ausgaben als erwartet.
    Diese Nachricht wurde am 10.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.