Samstag, 25. Juni 2022

Ashton-Nachfolge
Italien schickt Mogherini ins Rennen

Die 28 Länder der Europäischen Union haben größtenteils ihr Kandidaten für die neue EU-Kommission nominiert. Wer welchen Posten bekommt, ist noch offen. Für Aufsehen sorgt vor allem die Suche eines Nachfolgers für die Außenbeauftragte Catherine Ashton.

01.08.2014

Federica Mogherini während einer Pressekonferenz.
Italiens Außenministerin Federica Mogherini will EU-Außenbeauftragte werden. (dpa / Georgi Licovski)
Die Regierungen sollten bis Ende Juli ihren Kandidaten an den künftigen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker melden. Auf einem Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 30 August soll über die genaue Zusammensetzung der neuen EU-Kommission entschieden werden.
Im Vorfeld sorgt jedoch schon die Besetzung des künftigen EU-Außenbeauftragten für Gesprächsstoff: Italien und Polen konkurrieren um die Nachfolge der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton. Das Büro des italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi nominierte am Freitag offiziell die amtierende italienische Außenministerin Federica Mogherini (41) für den angesehenen Posten. Gleichzeitig betonte Polens Regierungschef Donald Tusk, der polnische Topdiplomat Radek Sikorski sei der ideale Kandidat dafür.
Mogherini gilt als zu russlandfreundlich
Die Wahl des EU-Außenbeauftragten fällt mitten in die Ukraine-Krise, die mit wachsenden Spannungen zwischen der Europäischen Union und Russland einhergeht. Mehrere osteuropäische Regierungen halten Mogherini für zu russlandfreundlich. Ihre demonstrative Unterstützung für das Pipeline-Projekt South Stream wird als Beleg für ihre prorussische Haltung gewertet. Die Leitung soll russisches Erdgas unter Umgehung der Ukraine direkt nach Südeuropa transportieren. "Southstream bleibt für Italien und für andere europäische Länder ein wichtiges Projekt für eine sichere Energieversorgung ganz Europas", sagte Mogherini Anfang Juli nach einem Treffen mit ihrem russischen Kollegen Sergej Lawrow.
Sikorski dagegen gilt als so kritisch gegenüber Moskau, dass seine Berufung eine Schlichtung mit Russland gefährden könnte.
(tzi/tön)