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Astronomie
Einmal trocken, zweimal nass

Morgen früh gegen zwei Uhr steigen der Planet Saturn und der abnehmende Halbmond Seite an Seite über den Horizont. Bis zur Morgendämmerung wandern sie an den Südwesthimmel.

Von Dirk Lorenzen |
    Saturn hat streng genommen unzählige Monde: Denn sein gigantisches Ringsystem, das fast so groß ist wie der Abstand Erde-Mond, besteht aus Myriaden kleiner Partikel, die auf eigenen Bahnen den Planeten umrunden.
    Zwar sind die Ringe einzigartig, aber die Astronomen lassen sich vor allem von zwei Saturnmonden verzücken, die vollkommen anders sind als der staubtrockene Erdmond.
    Titan ist in eine dichte Atmosphäre aus Kohlenwasserstoffen gehüllt. Die Raumsonde Cassini, die seit fast zehn Jahren Saturn umkreist, hat auf diesem Mond etliche Seen entdeckt.
    Titan ist damit neben der Erde der einzige bekannte Ort im Sonnensystem, der dauerhaft Flüssigkeiten auf seiner Oberfläche hat. In seinen Seen schwappt allerdings kein Wasser, sondern Methan und Ethan.
    Noch bemerkenswerter ist offenbar der Saturnmond Enceladus. Auf ihm gibt es fast hundert Geysire, die ununterbrochen kleine Eispartikel ins All schleudern.
    Diese Geysire treten durch Risse im Eispanzer nahe dem Südpol des Mondes an die Oberfläche. Unter der Eisschicht muss es also einen Ozean aus flüssigem Wasser geben.
    Damit könnte auf Enceladus sogar einfaches Leben existieren - und nirgends sonst im Sonnensystem wäre extraterrestrisches Leben so gut erreichbar wie auf diesem Mond.
    Doch derzeit sind keine Raumsonden geplant, die auf Enceladus landen und nach Leben suchen sollen.