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AstronomieVergessene Stars: Ernst Chladni

Den meisten Physikstudenten ist er als Begründer der Akustik bekannt: Ernst Florens Friedrich Chladni, der 1756, im selben Jahr wie Wolfgang Amadeus Mozart, geboren wurde.

Von Hermann-Michael Hahn | 28.09.2014

Es waren aber nicht etwa Sphärenklänge, die sein Interesse in Richtung Astronomie ausdehnten, sondern Meteoriten: Steine, die - wie Chladni als einer der ersten erkannte - offenbar vom Himmel fallen.
Dem Willen seines Vaters folgend hatte Chladni zunächst in Leipzig Rechtswissenschaften studiert und wurde 1782 zum Doktor jur. promoviert. Da sein Vater im selben Jahr verstarb, konnte sich der Sohn fortan seinen musikalischen und physikalischen Interessen widmen.
Bereits drei Jahre später erschien seine erste Arbeit zur Akustik, in der er die nach ihm benannten Klangfiguren beschrieb.
Beispiel für Chladnische Klangfiguren auf einem Gitarrenboden.
Beispiel für Chladnische Klangfiguren auf einem Gitarrenboden. (WikiCommons)
1794, veröffentlichte Chladni sein erstes Buch über Meteoriten, die er - revolutionär und weitsichtig zugleich - als Überreste aus der Entstehungsphase der Planeten im Sonnensystem ansah.
Damit allerdings stieß er bei vielen namhaften Zeitgenossen auf Widerspruch, darunter Johann Wolfgang von Goethe und Alexander von Humboldt.
Inzwischen zweifelt niemand mehr am kosmischen Ursprung der Meteoriten, und so wurde auch der Murchison-Meteorit, der heute vor 45 Jahren über Australien niederging, nach Hinweisen auf die Frühgeschichte des Sonnensystems untersucht. Die Forscher entdeckten dabei erstmals Aminosäuren in einem Meteoriten.
In jeder klaren Nacht erinnern Sternschnuppen und Meteoriten an den visionären Forscher Ernst Chladni.