Donnerstag, 30. Juni 2022

Nduduzo Makhathini beim Jazzfest Berlin 2021
Auf den Spuren der Seele

„Ich befreie mich von allem Ballast, um in ein Niemandsland vorzudringen“, so beschreibt der Pianist Nduduzo Makhathini seine Haltung beim Solospiel. Auf dem Jazzfest Berlin präsentierte sich der Südafrikaner mit einem beseelten Recital.

Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt | 08.03.2022

Ein bärtiger Mann mit schwarzer Wollmütze spielt zurückgelehnt mit geschlossenen Augen auf einer Bühne Klavier.
Bei seinen Solokonzerten liebt Nduduzo Makhathini es, selbst zu singen und das Publikum einzubinden. (Jazzfest Berlin / Camille Blake)
Nduduzo Makhathini ist der international wohl prominenteste Vertreter der aktuellen südafrikanischen Jazzszene. Nach sieben Platten auf seinem eigenen Label wurde er 2020 als erster Musiker seines Landes vom internationalen Label Blue Note unter Vertrag genommen.

Beruf: "Musiker und Heiler"

Geprägt wurde er vor seinem Jazz-Studium vor allem durch Kirchenmusik. Nach seinem Beruf gefragt, antwortet er heute: "Musiker und Heiler". Tief beeindruckt von der spirituellen Klangsprache John Coltranes und Pharoah Sanders‘ spürt der 39-Jährige Verbindungen zur von Ritualen geprägten Praxis traditioneller Kulturen seiner Heimat auf und schlägt so eine Brücke zwischen afrikanischen und afro-amerikanischen Musikwelten. Pianistische Einflüsse McCoy Tyners und Randy Westons verschmelzen in seinem Spiel mit denen Abdullah Ibrahims und Bheki Mselekus zu einer eigenen Klangsprache.
Aufnahme vom 7. November 2021 beim Jazzfest Berlin