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Auktion von RadioantennenUKW zum Verkauf

700 deutsche UKW-Antennen stehen gerade zum Verkauf. Der Betreiber Media Broadcast erhofft sich dadurch einen Millionenerlös. Für Chris Weck, den Leiter der Technik beim Deutschlandradio, ist die Auktion keine Überraschung. Denn DAB+ sei die "zukünftige Technik", sagte Weck im Dlf.

Chris Weck im Gespräch mit Henning Hübert | 27.11.2017

Blick auf den Fernsehturm und den Neptunbrunnen am Alexanderplatz in Berlin Mitte
Auch die Antenne auf dem Berliner Fernsehturm soll versteigert werden (imago / Jochen Tack)
Mit 368 Metern ist der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz das höchste Bauwerk Deutschlands - auch dank seiner langen, rot-weißen Radioantenne. Diese könnte bald ihren Besitzer wechseln. Sie steht nämlich - so wie rund 700 weitere Antennen in Deutschland - zum Verkauf.
Ende eines Monopols
Die UKW-Antennen kommen aus dem früheren Bestand der Deutschen Telekom, wurden im Rahmen einer Privatisierung an eine Deutsche Funkturm GmbH verkauft und werden derzeit vor allem vom Sendenetzbetreiber Media Broadcast betrieben.
Die Verkaufsaktion des Übertragungsdienstleisters besiegelt zwar das Ende seines Monopols im UKW-Markt - könnte ihm allerdings einen millionenschweren Erlös einbringen.
Die Antennen würden wahrscheinlich zum größten Teil auch wieder genutzt werden, der Betrieb aber werde vom einen Sendenetzbetreiber zur anderen gehen, erklärt Chris Weck, Leiter der Hauptabteilung Technik und Infrastruktur des Deutschlandradios. Die Radiohörer würden vom Wechsel vermutlich wenig mitbekommen.
DAB+ effizienter
Seine Antennen zur digitalen Radioübertragung mit DAB+ behält Media Broadcast. Digitalradio decke schon heute 94 Prozent der Fläche Deutschlands ab, so Weck, der DAB+ auch für die "zukünftige Technik" hält: Sie sei viel effizienter als UKW, auch kostentechnisch.
"Die Rundfunkausstrahlung eines flächendeckenden UKW kostet 10 Millionen Euro im Jahr. Da muss man schon nach kostengünstigeren Systemen schauen."