
Eine Zahl in dieser Höhe sei noch nie genannt worden, berichtet das ARD-Magazin Fakt. Es beruft sich auf eine eigene Umfrage unter allen Bistümern in Deutschland.
In der sogenannten MHG-Studie von 2018 waren 3.677 Kinder und Jugendliche identifiziert worden, die von sexualisierter Gewalt betroffen waren sowie 1.670 potenzielle Täter. Die Forscher hatten damals im Auftrag der Kirche 38.000 Personalakten von Klerikern überprüft, von 1946 bis 2014. Die Experten sind sich einig, dass die Dunkelziffer deutlich höher sein dürfte.
Entschädigungen von bis zu 300.000 Euro
Die Bistümer haben nach eigenen Angaben zahlreiche Opfer entschädigt. In 77 Fällen seien Beiträge von 100.000 Euro gezahlt worden, in 14 Fällen 300.000 Euro. Die Kirche orientiert sich bei der Entschädigung an staatlichen Schmerzensgeldtabellen.
Die Opferinitiative Eckiger Tisch betonte im Januar, die Aufarbeitung sei längst nicht abgeschlossen. Viele Betroffene seien bis heute nicht angemessen entschädigt worden. Die Katholische Kirche müsse "endlich umfassend Verantwortung" übernehmen und den Betroffenen angemessen begegnen.
Erste Fälle wurden 2010 bekannt
Im Januar 2010 waren am Canisius-Kolleg in Berlin zahlreiche Missbrauchsfälle publik geworden. Das löste in der Folge einen bundesweiten Missbrauchsskandal in zahlreichen kirchlichen, aber auch anderen Einrichtungen aus.
Diese Nachricht wurde am 10.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
