TikTok, Instagram und Co.
Australien verdoppelt Geldstrafen für Konzerne bei Verstößen gegen Social-Media-Verbot

Die australische Regierung will Verstöße gegen das Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren strenger ahnden. Konzerne, die das Alter ihrer Nutzer nicht wirksam kontrollieren, sollen in Zukunft Geldstrafen von umgerechnet bis zu 60 Millionen Euro zahlen - doppelt so viel wie bisher.

    Ein Jugendlicher schaut ein Video auf seinem Handy. Vor ihm steht ein Computer, daneben liegt ein Kopfhörer.
    In vielen Ländern wird darüber diskutiert, die Nutzung von Social Media durch Kinder und Jugendliche zu beschränken. (picture alliance / epd-bild / Tim Wegner)
    Das teilte die Regierung in Canberra mit. Die für das Internet zuständige Aufsichtsbehörde soll außerdem mehr Befugnisse erhalten.

    Studie: Unter-16-Jährige können das Verbot umgehen

    Das Social-Media-Verbot war im Dezember vergangenen Jahres in Kraft getreten. Australien war damit weltweiter Vorreiter. In einer Studie kamen Wissenschaftler in dieser Woche jedoch zu dem Ergebnis, dass viele Unter-16-Jährige das Social-Media-Verbot umgehen. Sie gäben zum Beispiel ein falsches Alter an oder verwendeten die Konten älterer Personen, um weiter auf TikTok, Instagram oder YouTube zu surfen.
    Australiens Premierminister Albanese warf den Tech-Konzernen vor, nicht genug zur Einhaltung der Vorschriften zu tun. Es seien noch immer zu viele Kinder in Online-Netzwerken aktiv. Die Verdopplung der Geldstrafen solle zeigen, wie ernst die Regierung es mit ihrem Verbot meine.

    Auch App-Stores müssen kooperieren

    Künftig müssen die Betreiber von Social-Media-Plattformen nachweisen, wie sie verhindern, dass Unter-16-Jährige ein Konto eröffnen. Die australische Aufsichtsbehörde kann außerdem auch von Drittanbietern Unterlagen anfordern - zum Beispiel von App-Store-Betreibern.
    Die Einführung des Social-Media-Verbots in Australien war vor sechs Monaten weltweit beachtet worden. Mehrere Länder folgten dem Beispiel, anderswo - etwa in Deutschland - wird noch über mögliche Maßnahmen diskutiert.

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    Diese Nachricht wurde am 27.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.