Samstag, 24. Februar 2024

Einladung für AfD-Politiker
Berlinale-Leiterin Rissenbeek spricht von Dilemma

Im Zusammenhang mit der Einladung von AfD-Politikern zur Eröffnungsgala der Berlinale spricht die Geschäftsführerin des Filmfestivals, Mariette Rissenbeek, von einem Dilemma. Filmschaffende hatten gegen die Einladung protestiert.

06.02.2024
    Mariette Rissenbeek lächelt.
    Mariette Rissenbeek. (imago-images / Future Images / Nicole Kubelka)
    Rissenbeek sagte im Deutschlandfunk Kultur, in der Vergangenheit seien diese Einladungslisten in keiner Form diskutiert oder kritisiert worden. In diesem Jahr sei es so, dass sich viele Filmschaffende unwohl fühlten, wenn Vertreter der AfD zur Gala kämen. Rissenbeek betonte aber, die Politiker säßen im Parlament und im Abgeordnetenhaus und seien gewählt worden. Darauf habe die Berlinale keinen Einfluss. Es wäre schwierig zu sagen, man traue diesem demokratischen Prozess nicht. - Da die Berlinale von Bund und Land mitfinanziert wird, wurden bislang immer Politiker aller Parteien aus den Parlamenten zum Festival eingeladen.
    Ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Claudia Roth sagte, die Berlinale stehe für die Freiheit der Kunst sowie für den Einsatz gegen Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung. Falls AfD-Abgeordnete die Einladungen der Berlinale annehmen, müssten sie aushalten, dass sie dort genau damit in aller Deutlichkeit konfrontiert werden. Der Sprecher fügte hinzu: "Ansonsten sollen sie wegbleiben."
    Konkret geht es nach Medienberichten um die Berliner AfD-Abgeordneten Kristin Brinker und Ronald Gläser. Bisher ist nicht bekannt, ob sie die Einladung annehmen und tatsächlich zur Eröffnungsgala kommen wollen.
    Diese Nachricht wurde am 07.02.2024 im Programm Deutschlandfunk Kultur gesendet.