20. Juli 2023
Blick in die Zeitungen von morgen

Die diplomatische Krise zwischen Schweden und dem Irak ist das beherrschende Thema in den Kommentarspalten der Zeitungen.

Ein Mann hält eine Ausgabe des Korans in die Luft.
Anti-Islam-Demonstration vor der irakischen Botschaft in Schweden (Oscar Olsson / TT NEWS AGENCY / AP / d / Oscar Olsson)
In den Zeitungen der Mediengruppe Bayern, zu der unter anderem die PASSAUER NEUE PRESSE gehört, heißt es:
"Eigentlich sollte man kein oder zumindest nicht viel Aufhebens machen, wenn ein oder zwei Leuten nichts Besseres einfällt als auf dem Koran herumzutrampeln oder eine Ausgabe anzuzünden. Andererseits können solche dummen und provokativen Aktionen weitreichende Folgen haben und zu einer Welle von Gewalt frei jeglichen Sinns führen."
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg befürchtet sogar:"Eine zweifellos geschmacklose Provokation für alle Muslime könnte einen politischen Flächenbrand auslösen"
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG schreibt:"In Stockholm führt der Botschaftsangriff zu berechtigter Empörung. Auch die muslimfeindlichen Kundgebungen im eigenen Land kritisiert die Regierung. Die schwedische Freiheit, selbst dumme Dinge tun und sagen zu dürfen, wird dennoch inbrünstig verteidigt. Am Ende gilt die einfache Logik: Wenn in Stockholm die heilige Schrift der Muslime verbrannt oder mit Füßen getreten wird, hilft das keinem - außer den Extremisten auf beiden Seiten, die sich über jede neue Spirale von Hass, Gewalt und Gegengewalt freuen."
Und die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG fragt:"Ist es ein Ausdruck von Freiheit, eine religiöse Überzeugung demonstrativ zu verachten? Ein Beleg für Fortschritt und Respekt sind Koran-Verbrennungen jedenfalls nicht. Eine derartige Verletzung religiöser Gefühle ist eine Provokation mit Ansage. Dem sollten durchaus Grenzen gesetzt werden."
Ein weiteres Thema ist eine Studie von Greenpeace, die zu dem Ergebnis kommt, dass Fliegen innerhalb Europas oft günstiger ist als Bahnfahren.
Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER meint:
"Wer das Klima schützen will, ist so oft in doppelter Hinsicht der Dumme. Mit Preisen von Billigfliegern kann die Bahn nicht mithalten. Hinzu kommt die Zeitersparnis. Man geht durch die Kontrolle, steigt in den Flieger und ist in rund einer Stunde von Berlin nach Stuttgart geflogen. Klar, auch die Flieger sind mal verspätet. Dennoch: Wer eine solche Tour mit der Bahn antritt, braucht den ganzen Tag."
Und die FRANKENPOST aus Hof ergänzt:"Wenn gefühlt alle paar Wochen gestreikt wird, wenn Meldungen von Zugausfällen, überfüllten Abteilen, nicht funktionierenden Toiletten, von fehlendem Servicepersonal, aber mit Zuggästen vollgestopften Gängen die Runde machen, wird dies auch den verträglichsten Kunden nach dem Strohhalm "Individualverkehr" greifen lassen. Es fehlt an Angebot und Service. Ja, es ist was faul im Staate Eisenbahn".