03. Oktober 2025
Blick in die Zeitungen von morgen

Zentrales Thema in den Kommentaren ist die Rede von Bundeskanzler Merz beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken.

Bundeskanzler Friedrich Merz steht am Rednerpult. Im Hintergrund die Flagge Deutschlands und die der Europäischen Union.
Ein Thema in den Kommentaren: Die Rede von Bundeskanzler Merz (CDU) beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken (picture alliance / Flashpic / Jens Krick)
Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf findet:
"Der Kanzler trifft den richtigen Ton in dieser aufgewühlten Zeit. Der CDU-Vorsitzende blickt zu Beginn seiner Ausführungen nur kurz zurück, bezeichnet die Einheit trotz aller Brüche als gelungen, lobt den Mut derer, die sie ermöglicht haben - und beschwört dann vor allem die Zukunft."
Viele Diagnosen des Bundeskanzlers seien richtig, betont die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG:
"Es fehlt an Einigkeit, Kompromissfähigkeit und Aufbruchsgeist. Wenn Merz sagt, Verantwortung liege nicht nur bei der Politik, sondern bei allen, stimmt auch das. Doch der Appell an die Gesellschaft hätte bessere Chancen, auf offene Ohren zu treffen, ginge die Bundesregierung selbst mit einem besseren Beispiel voran."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE bilanziert die Ansprache von Merz so:
"Statt eines Rucks war sie höchstens ein Schubser. Kein rhetorisches Feuer schlug Funken. Wenn die Reformen auch so kraftlos ausfallen, wird es nichts mit einem neuen Aufschwung."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG vermutet:
"Merz will die Deutschen am Feiertag nicht mit Details belasten. Er will 'Neues wagen', ohne das Neue zu beschreiben. Stattdessen setzt er auf Gefühle: Ein positiver Geist setze Kraft frei, während Larmoyanz nur Energie vergeude. Der Kanzler gibt sich als väterlicher Motivator, der eine beherzte Leistung abrufen will."
Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Koblenz geht auf Emmanuel Macron ein, der ebenfalls am Festakt in Saarbrücken teilnahm:
"Der französische Präsident als Ehrengast zum Tag der Deutschen Einheit: Nein, das ist – anders als es Alt-Kanzlerin Angela Merkel andeutete – kein Fehler. Sondern es ist ein starkes Zeichen. Dafür, dass 35 Jahre nach der Wiedervereinigung die französische Furcht vor dem wiedererstarkten Nachbarn verschwunden ist."
Themenwechsel. "War die Drohne über dem Münchner Flughafen ein Liebesgruß aus Moskau zum Tag der Deutschen Einheit?", fragt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:
"Zuzutrauen wäre es Putin, der auch in Deutschland genug Agenten hat. Der Kreml will mit seinen Grenzüberschreitungen nicht nur die Fähigkeit und den Willen des Westens testen, sich zu verteidigen; dass der bei der Drohnenabwehr noch nicht viel zu bieten hat, weiß Moskau schon."
Die SCHWÄBISCHE ZEITUNG aus Ravensburg hebt hervor, Bayerns Ministerpräsident Söder wolle nun
"die Polizei ermächtigen, Drohnen abzuschießen. Fachlich ist das riskant, politisch jedoch konsequent. Denn die jüngsten Vorfälle haben gezeigt, wie verwundbar Deutschland gegenüber hybriden Bedrohungen ist."