Belgien
Brand im Hohen Venn breitet sich weiter aus - Behörden in Monschau sehen derzeit keine akute Gefahr

Der Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn breitet sich rasch aus: Innerhalb von 24 Stunden habe sich die verbrannte Fläche auf fast 3.000 Hektar verdoppelt, teilten die Behörden mit. In der nahegelegenen deutschen Stadt Monschau rechnet man derzeit aber nicht mit einer akuten Brandgefahr.

    Blick aus der Höhe auf ein komplett vebranntes Feld, aus dem Rauch aufsteigt. Ein Weg trennt das verbrannte Gebiet von einem noch grünen Wald. Auf dem Weg steht ein Fahrzeug, das Wasser verspritzt.
    Verbrannte Fläche im Hohen Venn. (AFP / DIMITRI KORCZAK)
    Das Feuer gilt schon jetzt als größter Waldbrand in der Geschichte Belgiens. Die Feuerfront erstreckte sich heute früh über einen Kilometer, wie der Sender RTBF berichtete. Einsatzkräfte aus Deutschland und Luxemburg sowie zwei Hubschrauber aus den Niederlanden kämpfen laut den lokalen Behörden gegen die Flammen. Gestern waren Evakuierungen für rund 600 Menschen aus zwei belgischen Gemeinden in der Nähe des Brandes angeordnet worden. Die Feuerwehren arbeiten unter schwierigen Bedingungen: Nur wenige Straßen führen in das Gebiet, und ausgedehnte Torfmoore machen die Brandbekämpfung im Hohen Venn sehr schwierig. 
    Inzwischen ist die Feuerfront auf etwa eineinhalb Kilometer an die deutsche Grenze herangerückt. Einige Stadtteile des nahegelegenen Monschau liegen auf belgischem Gebiet. Ein Teil der Bewohner ist aufgerufen, die Häuser und Wohnungen wegen Rauchbelastung vorübergehend zu verlassen. Die Stadt geht aber nicht davon aus, dass die Flammen Monschau erreichen.

    Entspannung der Lage im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald

    Bei der Bekämpfung des Waldbrands im Landkreis Düren meldete die Feuerwehr unterdessen weitere Erfolge. In Hürtgenwald durften rund 1.800 Bewohner in ihre Häuser im Stadtteil Gey zurück. Die Flammen waren zuvor bis auf 250 Meter an Grundstücke herangerückt. In einem Waldgebiet im Landkreis Aschaffenburg ist ein weiterer Brand unter Kontrolle gebracht worden. Nach Angaben der Feuerwehr geht es bei dem fortlaufenden Einsatz nun noch darum, Glutnester aufzuspüren und abzulöschen.

    Behördenwarnungen vor Rauch

    Für Rheinland-Pfalz und Teile von Nordrhein-Westfalen warnen die Behörden vor Rauch und Brandgeruch durch die nahen Waldbrände. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät besonders in der Region um Hürtgenwald und Monschau allen Anwohnern, Türen und Fenster zu schließen. Einen Notruf sollen Betroffene nur dann absetzen, wenn sich in ihrer Nähe tatsächlich ein Feuer befindet.
    Lesen Sie hier: Waldbrand in NRW - Landwirtschaftsministerin Gorißen: Raus aus den Wäldern (Audio-Link)
    Diese Nachricht wurde am 16.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.