
Er
sagte im Deutschlandfunk
, man habe es nach der Wiedervereinigung versäumt, sich als gesamtdeutsche CDU um den Osten zu kümmern. Die Partei schaue immer noch mit der "Brille von Westdeutschland" auf den Osten. Dabei könne das, was gerade im Osten passiere, auch in Bremen und Duisburg geschehen.
Strohmann sieht Gefahr für CDU, dass wir "irgendwann untergehen"
Strohmann betonte auch mit Blick auf die AfD, man erlebe eine gesamtgesellschaftliche Veränderung des Parteiensystems, und das wolle man immer noch nicht so richtig wahrhaben.
Wenn man aber als CDU so weitermache wie bisher, dann sehe er die Gefahr, dass man irgendwann untergehe, so wie das auch anderen konservativen Parteien in Europa ergangen sei.
"Wir müssen die Menschen motivieren und nicht maßregeln"
Strohmann sagte zu Äußerungen des Kanzlers über die Arbeitsmoral in Deutschland, eine solche Sprache sei "aus der Zeit gefallen". Man müsse Menschen motivieren und sie nicht maßregeln. Die damalige Bundeskanzlerin Merkel habe das erkannt, und darum sei sie auch so erfolgreich gewesen. Merz sehe er eher als Symptom, aber nicht als Ursache des Problems.
Der Bremer CDU-Chef hatte zuvor bereits mehrfach Kritik am Kurs der Partei und auch an Merz geübt. So sagte er etwa dem "Focus", unter Friedrich Merz fühle sich die CDU manchmal an wie eine Partei vor der Wende. Für einiges Aufsehen sorgte er, als er dem Kanzler in einer Sitzung des CDU-Bundesvorstands wörtlich vorwarf: "Sie leiten hier keine Firma, sondern eine Partei".
Druck auf Merz wächst innerhalb der Partei
Nach der Niederlage der CDU und dem Erfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hatte der Druck auf Merz wieder zugenommen - auch innerhalb der eigenen Partei. Der CDU-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, Peters, sagte "Welt TV", mit Merz werde es keine Auftritte mehr vor der dortigen Landtagswahl am 20. September geben.
Kritik am Führungsstil des Kanzlers und an dessen Kommunikation kam auch von den sächsischen Kreisvorsitzenden und vom Vorsitzenden des CDU-Arbeitnehmerflügels, Radtke. Die Bundesschatzmeisterin der Jungen Union, von Nathusius, vertrat die Ansicht, mit Merz sei keine Wahl mehr zu gewinnen.
Rückendeckung von Hoppermann und Söder
Rückendeckung erhielt der Kanzler unter anderem von CDU-Generalsekretärin Hoppermann und CSU-Chef Söder. Unionsfraktionsvize Middelberg nannte die Debatte über die Zukunft von Merz im Deutschlandfunk überflüssig. Außenminister Wadephul, ebenfalls CDU, betonte, Merz könne sich jederzeit auf die Unterstützung der Regierungsfraktionen und seines Kabinetts verlassen. Die Bundesregierung sei - Zitat - "wirklich sehr stabil".
Rumoren in der Union –
Unzufriedenheit mit Merz-Kurs wächst
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Diese Nachricht wurde am 15.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
