Forschung
Britisches Fachblatt zieht umstrittene Corona-Studie von 2024 zurück

Eine vielfach von Impfskeptikern zitierte Studie zur Übersterblichkeit nach der Corona-Pandemie ist wegen methodischer Mängel zurückgezogen worden. Sie war von Impfgegnern als Beleg für eine vermeintliche Gefahr der Corona-Impfungen benutzt worden.

    Eine Frau bekommt die eine mRNA-Coronaimpfung in den Oberarm.
    Zur Impfung gegen Covid-19 werden mRNA-Impfstoffe verwendet. (imago / Emmanuele Contini )
    Die in der britischen Fachzeitschrift "BMJ Public Health" erschienene Untersuchung enthalte "Desinformation über die möglichen Gründe der Übersterblichkeit", teilte die Herausgeber-Gruppe BMJ mit.
    Die Studie habe sich nur auf einen "begrenzten Umfang eigener Arbeit" gestützt, erklärte BMJ weiter. Die Entscheidung, die Veröffentlichung zurückzuziehen, werde von zwei der vier Autoren mitgetragen.

    Impfskeptiker nutzten Studie als Beleg

    In der Studie hatte es geheißen, dass die Übersterblichkeit in mehreren Regionen der Erde auch in den Jahren nach dem Höhepunkt der Corona-Pandemie anormal hoch geblieben sei. In zahlreichen impfskeptischen Veröffentlichungen im Internet wurde die Arbeit deshalb als Beleg präsentiert, dass Corona-Impfungen zum Anstieg der Todesrate geführt hätten.
    Die Studienautoren selbst hatten einen solchen Zusammenhang nicht hergestellt. Sie warfen aber die Frage auf, warum es "trotz der Ergreifung von Eindämmungsmaßnahmen und Impfungen gegen Covid-19" höhere Todesraten gebe. Sie riefen die politischen Entscheidungsträger damals auf, genauere Daten zu veröffentlichen, um die Auswirkungen der Eindämmungsmaßnahmen und Corona-Impfungen zu prüfen.

    Kritik an Studienautoren

    Dies war vielfach auf Kritik gestoßen. Den Studienautoren wurde vorgeworfen, unbegründete Kritik an Corona-Impfungen befeuert zu haben, obwohl diese während der Pandemie Millionen Menschen das Leben gerettet hätten. BMJ veröffentlichte daraufhin eine Warnung, die zu einem vorsichtigen Umgang mit der Studie aufrief.
    Diese Nachricht wurde am 12.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.