
Dies gab die Bundesanwaltschaft bekannt. Nach Medienberichten bestätigte sich der Verdacht der Tatbeteiligung nicht. Der "Spiegel" berichtete, der Mann sei bereits gestern Abend aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Zeugen hätten berichtet, dass er sich von dem weißen Transporter entfernt habe, den der mutmaßliche Attentäter am Samstagabend beim CSD in eine Menschenmenge gesteuert hatte.
Der mutmaßliche Angreifer war gestern Abend bei einem Polizeieinsatz erschossen worden. Nach Angaben der Polizei war er in einer Kleingartenanlage in Spandau lokalisiert worden. Der Mann sei mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zugelaufen, daraufhin sei es zum Schusswaffengebrauch durch das Berliner SEK gekommen. Er verstarb noch am Einsatzort.
Bundesinnenminister Dobrindt geht davon aus, dass es sich bei dem Getöteten um den wahrscheinlichen Täter handelt. Der Mann ist 2005 in Deutschland geboren und deutscher Staatsbürger. Er habe einen libanesischen Hintergrund, seine Mutter sei 2002 in Deutschland eingebürgert worden.
Der Tatverdächtige soll am späten Samstagabend mit einem weißen Kastenwagen in die Menschenmenge am Rande der CSD-Veranstaltung gefahren sein und anschließend mit einer Stichwaffe auf weitere Passanten losgegangen sein. Der CSD wurde daraufhin abgebrochen. Eine Frau wurde getötet, 29 Menschen wurden teils schwerst verletzt. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes kam die Frau aus Polen.
Bundesinnenminister stuft die Tat als islamistischen Anschlag ein
Zuvor hatte Dobrindt erklärt, dass die Ermittler von einem islamistischen Terroranschlag ausgehen. Der getötete Tatverdächtige ist ein 21-Jähriger, der sich den Erkenntnissen zufolge radikalisiert hat. Laut Generalstaatsanwaltschaft war er nach vergeblichen Versuchen, sich der Terrororganisation IS in Syrien anzuschließen, im November 2025 am Flughafen BER festgenommen worden.
Nach längerer Untersuchungshaft wurde er im Mai von einem Jugendschöffengericht zu 22 Monaten Jugendstrafe verurteilt - unter anderem wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Die Entscheidung über eine Aussetzung dieser Jugendstrafe zur Bewährung wurde demnach für die Dauer von sechs Monaten zurückgestellt. Die Verurteilung ist nicht rechtskräftig, weil die Generalstaatsanwaltschaft Berufung einlegte, weil sie eine höhere Strafe forderte.
Dobrindt sagte am Abend in der ARD, man werde genau hinschauen müssen, warum ein als Gefährder identifizierter Straftäter nur zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. "Unverständlich, dass bei dem Strafregister eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird", so Dobrindt.
Merz: "Lassen uns nicht einschüchtern"
Bundeskanzler Merz hat nach dem Anschlag sein Mitgefühl ausgedrückt. Den Teilnehmern von CSD-Veranstaltungen sagte er: "Lassen Sie sich, lassen wir uns nicht einschüchtern." Merz sagte vor einem Gedenkgottesdienst für die Opfer in Berlin: "Diese Taten haben nur den Zweck, die Gesellschaft zu spalten und uns die Offenheit und Freiheit nehmen. Diese Extremisten haben in der Mitte der Gesellschaft keinen Platz. Wir sind mehr, wir sind stärker und wir halten zusammen."
Nach dem Gottesdienst besuchte Merz den Tatort des Anschlags am Rande des Berliner CSD und legte an der Stelle im Tiergarten und Blumen ab. Zusammen mit Dobrindt und Berlins Innensenatorin Spranger gedachte er der Opfer.
Überprüfung der Sicherheitskonzepte angemahnt
Dobrindt rief die Veranstalter von Großveranstaltungen und CSDs auf, ihre Sicherheitskonzepte zu überprüfen. Es gebe weitere Großveranstaltungen und weitere Veranstaltungen des CSD. "Wir erwarten, dass die Sicherheitsmaßnahmen in diesem Zusammenhang noch einmal betrachtet und im Zweifelsfall erhöht werden müssen." Es sei unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen, dass es Nachahmer geben könnte.
Diese Nachricht wurde am 27.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.










