Reformen
Bundeskabinett beschließt Geheimdienstreform und Frühstartrente

Die Bundesregierung ‌hat die Gesetzentwürfe für eine Reform der ⁠Nachrichtendienste auf den parlamentarischen Weg gebracht.

    Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen, Vizekanzler und SPD-Bundesvorsitzender, leitet die Sitzung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt.
    Das Bundeskabinett billigt einen Gesetzentwurf zur Reform der Nachrichtendienste. (Kay Nietfeld / dpa)
    Das Kabinett billigte die Vorlage von Bundesinnenminister Dobrindt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz und der Bundesnachrichtendienst sollen beispielsweise Angreifer künftig auch bekämpfen dürfen, anstatt ⁠sie ⁠nur zu ⁠beobachten. Bisher sammeln die Nachrichtendienste vor allem Informationen. Zu den neuen operativen Befugnissen zur Gefahrenabwehr zählt etwa die Möglichkeit, bei laufenden Cyberangriffen IT-Anlagen unschädlich zu machen. Im Spannungs- oder Verteidigungsfall soll der BND auch Sabotage im Ausland verüben dürfen. Darüberhinaus soll die Kontrolle der Arbeit der Nachrichtendienste intensiviert und gestrafft werden. Vertreter der Opposition äußerten Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des Vorhabens.
    In einem weiteren Vorhaben will die Regierung im Kampf gegen Geldwäsche und Finanzkriminalität auch dem Zoll mehr Befugnisse verleihen. Er soll künftig Vermögenswerte unklarer Herkunft leichter beschlagnahmen können.
    Das Bundeskabinett beschloss zudem einen Gesetzentwurf für die sogenannte Frühstartrente. Vorgesehen ist, dass der Staat vom 6. bis zum 18. Geburtstag eines Kindes monatlich zehn Euro in ein individuelles kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot einzahlt.
    Diese Nachricht wurde am 12.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.