Newsblog zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
CDU gewinnt kein einziges Direktmandat

+++ Die CDU hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kein einziges Direktmandat gewonnen.

    Sven Schulze steht an einem Rednerpult mit dem Logo der CDU und spricht. Neben ihm stehen mehrere CDU-Landespolitiker.
    Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Schulze bei der Wahlparty der CDU in Magdeburg (picture alliance / Anadolu / Somaya Abdelrahman)
    In allen 41 Wahlkreisen mussten sich die Kandidaten der bisherigen Regierungspartei nach vorläufigen Zahlen der Landeswahlleitung geschlagen geben. In 38 Wahlkreisen setzten sich Kandidatinnen und Kandidaten der AfD durch, darunter auch Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im Wahlkreis Genthin. Nur in den großen Städten Magdeburg und Halle gelang der AfD demnach kein Durchmarsch. In einem Magdeburger Wahlkreis und zwei Wahlkreisen in Halle gewannen zwei Bewerber und eine Bewerberin der Linken das Direktmandat. Bei der Landtagswahl 2021 hatte die CDU sich noch in 40 der 41 Wahlkreise das Direktmandat gesichert, ein Direktmandat ging damals an die AfD. Entscheidend für die Wahl des Direktkandidaten ist die Erststimme, aus dem Zweitstimmenergebnis ergibt sich die Sitzverteilung im Landtag.

    +++ AfD-Spitzenkandidat Siegmund hat auch in seinem Wahlkreis einen klaren Sieg errungen.

    Der 35-Jährige gewann das Direktmandat im Wahlkreis Genthin mit großem Vorsprung vor CDU-Bewerber Staudt. Siegmund erreichte 49,0 Prozent der Erststimmen, Staudt kam laut Landeswahlleitung auf 24,0 Prozent.

    +++ Unions-Fraktionschef Frei rechnet nach der Wahl in Sachsen-Anhalt nicht mit Überläufern ​aus seiner Partei zur AfD.

    Damit weist der CDU-Politiker in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner Spezial" entsprechende Spekulationen zurück. Die Union sei bei der Wahl "mehr als halbiert worden", erklärt er. Man stehe nun am Beginn vieler Überlegungen und müsse innerhalb der Union Gespräche führen, um für das Land eine einigermaßen stabile Regierung zu gewährleisten.

    +++ BSW-Spitzenkandidat Schulze ist nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt offen für Gespräche mit der AfD.

    "Wir haben gesagt, wir sprechen mit allen Parteien. Dazu gehört die AfD", sagte Schulze der Deutschen Presse-Agentur. "Die Brandmauer interessiert uns nicht, und wir werden mit allen Parteien sprechen. Auf die Frage nach möglichen Gemeinsamkeiten von BSW und AfD sagte Schulze, es gebe "einige Schnittmengen, vor allen Dingen auch in der Russlandfrage, wo wir sagen, wir sind gegen diese Sanktionen, die unsere Wirtschaft wirklich förmlich ruinieren." Wie die AfD wolle das BSW auch "preiswerte Energie".  Es gebe aber auch AfD-Vorhaben, die mit dem BSW nicht gingen, etwa in der Bildungspolitik.

    +++ Der Sieg der AfD hat in den europäischen Nachbarländern unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.

    Der polnische Ministerpräsident Tusk erklärte im Onlinedienst X, in Polen könnten sich "nur Idioten oder Verräter über den Triumph der AfD in Deutschland freuen". Der französische Europaminister Haddad erklärte ebenfalls auf X, es handele sich um einen "schwerwiegenden Moment in Europa". Man müsse den Zorn, die Sorgen und Ängste anhören und darauf reagieren. Doch Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit seien niemals die Lösung.
    Der tschechische Parlamentspräsident Okamura, Vorsitzender der rechtsextremen SPD, sagte hingegen im tschechischen Fernsehen, er wolle der AfD für ihren Sieg gratulieren. Er sei das Ergebnis der "schlechten Politik der aktuellen liberalen, EU-freundlichen Parteien", sagte Okamura, dessen Partei Juniorpartner in der rechten Koalition von Ministerpräsident Babis ist.

    +++ Die Polizei in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg hat einen störungsfreien Verlauf des Wahlwochenendes verzeichnet.

    Wie die Beamten mitteilten, verliefen die Demonstrationen in der Stadt über das gesamte Wochenende weitgehend störungsfrei und ohne nennenswerte Vorkommnisse. Lediglich vereinzelt seien Straftaten registriert worden. Am Wahltag gab es keine "relevanten Ereignisse". Insgesamt fanden demnach am Wochenende 16 Versammlungen mit 15.000 Teilnehmern statt.
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    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

    Der Politikpodcast: Sachsen-Anhalt hat gewählt – und jetzt?
    Diese Nachricht wurde am 07.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.