
Wir informieren Sie am Wahlabend in diesem Newsblog über Ergebnisse, Entscheidungen und Reaktionen. Um Punkt 18 Uhr finden Sie hier auch die Prognose von Infratest-Dimap. Vorab schon einmal einige wichtige Informationen:
+++ Sachsen-Anhalt ist gemessen an der Bevölkerung eines der kleinsten Bundesländer.
Knapp 1,7 Millionen Wahlberechtigte können über die Zusammensetzung des Landtags in Magdeburg entscheiden. In jedem der 41 Wahlkreise wählen sie mit ihrer Erststimme einen Direktkandidaten. Daneben werden über die Zweitstimme im Regelfall 42 weitere Abgeordnete ermittelt. In den 2.600 Stimmbezirken sind etwa 22.000 Wahlhelfer im Einsatz.
Unsere Onlineredaktion hat ein umfangreiches Dossier zur Wahl zusammengestellt.
+++ In der zu Ende gehenden Wahlperiode sind im Magdeburger Landtag sechs Parteien vertreten.
Es sind CDU, AfD, Linke, SPD sowie FDP und die Grünen. Alle diese Parteien stellen sich erneut zur Wahl. Außerdem treten landesweit an das von Sahra Wagenknecht gegründete BSW, die Freien Wähler, Volt und die Tierschutzpartei.
+++ Die Spitzenkandidaten
Spitzenkandidat der CDU ist Ministerpräsident Sven Schulze. Der 47-Jährige hat im Januar als Regierungschef von seinem Parteifreund Reiner Haseloff übernommen. Die vom Landesverfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte AfD tritt mit dem 35-jährigen Ulrich Siegmund an der Spitze an.
Auch die anderen Parteien haben Spitzenkandidaten aufgestellt, die aber keine Chance haben dürften, als Regierungschef gewählt zu werden. Für die Linke ist dies Fraktionschefin Eva von Angern, für die SPD-Wissenschaftsminister Armin Willingmann und bei den Grünen ist es Susan Sziborra-Seidlitz. Die FDP setzt auf Landeschefin Lydia Hüskens, das BSW auf das Duo Thomas Schulze und Claudia Wittig.
+++ Die bisherige Landesregierung
Noch regiert in Sachsen-Anhalt eine Koalition aus CDU, SPD und FDP. Das Bündnis wird aber allen Umfragen zufolge seine Mehrheit verlieren.
+++ Die Chancen der AfD
Mit Abstand stärkste Kraft in den Umfragen ist die AfD, die nach eigener Auskunft eine Alleinregierung anstrebt. Keine der anderen Parteien will mit der AfD koalieren.
BSW-Gründerin Wagenknecht hat angedeutet, dass ihre Partei einem AfD-Ministerpräsidenten zur Macht verhelfen könnte - durch Enthaltung im entscheidenden Wahlgang. Dann reicht nämlich die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Ob das BSW in den Landtag in Magdeburg einzieht, ist den Umfragen zufolge allerdings ungewiss.
+++ Minderheitsregierung der Mitte-Parteien - eine Option?
Im Gespräch ist auch eine von der CDU angeführte Minderheitsregierung. Dieses Modell könnte auf Stimmen der Linken angewiesen sein - ähnlich wie in Sachsen und Thüringen. Allerdings hat die Bundes-CDU in einem Parteitagsbeschluss eine Koalition oder ähnliche Formen der Zusammenarbeit mit den Linken ebenso ausgeschlossen wie mit der AfD.
+++ Neue Ost-West-Debatte
Das Erstarken der AfD in Sachsen-Anhalt hat eine neue Ost-West-Debatte in Deutschland ausgelöst. Dazu können Sie
eine interessante Deutschlandfunk-Diskussion
hören.
+++ Der Zeitplan nach der Wahl in Sachsen-Anhalt
Der neue Landtag muss laut Landesverfassung spätestens am 30. Tag nach der Wahl zusammentreten, also am 6. Oktober. Dann enden die Amtszeiten der Minister und Ministerinnen und des Regierungschefs. Sie sind aber verpflichtet, die Amtsgeschäfte weiterzuführen, bis die Nachfolger übernehmen.
+++ Was Kinder und Jugendlichen sagen
Bei der symbolischen U18-Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die Linke mit 31,0 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Dahinter folgen die AfD mit 22,1 Prozent, die Grünen mit 12,7 Prozent, die SPD mit 8,7 Prozent und die CDU mit 6,6 Prozent. Nach Angaben des Kinder- und Jugendrings gaben 3.123 Kinder und Jugendliche in 62 selbstorganisierten Wahllokalen ihre Stimme ab.
Die U18-Wahl ist keine repräsentative Umfrage, sondern ein Projekt der politischen Bildung für Kinder und Jugendliche.








