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StartseiteSport Aktuell40 Jahre "Miracle on Ice"21.02.2020

Das Eishockey-Wunder 40 Jahre "Miracle on Ice"

Wunder erlebt der Sport immer wieder - wie bei den Winterspielen 1980 in Lake Placid. Eine US-Collegemannschaft besiegt die damals so unbesiegbare Sowjetunion überraschend 4:3 und wird zwei Tage später sogar Olympiasieger. Nun ist das "Miracle on Ice" 40 Jahre her. Der Mythos lebt aber immer noch in Lake Placid.

Von Heiko Oldörp

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Am 22. Februar 1980 treffen beim olympischen Eishockeyturnier in Lake Placid die USA und die Sowjetuinion aufeinander. Die USA gewann das Spiel, welches als 'Miracle on Ice' in die Geschichte einging, mit 4:3. (Heinz Wieseler / picture alliance / dpa)
Am 22. Februar 1980 waren die US-amerikanischen Eishockey-Spieler zu stark für die favorisierte Mannschaft aus der UdSSR. (Heinz Wieseler / picture alliance / dpa)
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Mittwochabend in einem kleinen Kino in Lake Placid. Auf der Leinwand läuft der Abspann des Films "Miracle". Rund 250 Zuschauer erheben sich, klatschen. Das Publikum ist gemischt, von Kindern bis hin zu Rentnern.

Das, was sie da auf der Leinwand gesehen haben, dieser sensationelle 4:3-Sieg einer namenlosen US-Eishockeymannschaft gegen die damals scheinbar übermächtige Sowjetunion, ist hier passiert, in Lake Placid, am 22. Februar 1980. In der Medaillenrunde der Olympischen Winterspiele, nur knapp 600 Meter vom Kino entfernt.

40 Jahre ist das "Miracle on Ice" her - in Lake Placid ist es trotzdem nicht Vergangenheit, sondern Gegenwart. Der Ort lebt und liebt die Underdog-Story. Auf der Main Street gibt es in fast allen Schaufenstern irgendetwas, das mit dem Eiswunder zu tun hat. Mal sind es Fähnchen, mal Aufkleber, T-Shirts oder Trikots. So auch im Sportladen von Jake Burns. Locker Room 5 heißt das Geschäft - benannt nach der Umkleide Nummer 5, in der sich das US-Eishockey-Team damals umzog. 

"Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht von einem Kunden auf das Spiel angesprochen werde. Aber wir hier in Lake Placid reden gerne darüber, denn diese Story kann man gar nicht oft genug erzählen", sagt Jake Burns. 

Rote Sitze, Holzbänke - Eishalle noch wie zum "Miracle"

Die Eishalle ist schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite. Es bedarf nicht allzu großer Fantasie, um sich beim Gang durch die Arena die berühmte Schlussphase von US-Fernsehreporter Al Michaels vorzustellen: "Five seconds left in the game. Do you believe in Miracles? Yes!"

Seit jenem Spiel, bei dem es nicht nur um Sport, sondern mitten im Kalten Krieg auch um reichlich Politik ging, hat sich in der Halle kaum etwas verändert - die roten Sitze, die Holzbänke der Spieler - alles noch da. "Home of the 1980 Miracle on Ice" steht auf blauem Untergrund ganz oben unterm Dach - etwas darunter sind die Namen der damaligen Helden zu lesen.

Im selben Gebäude befindet sich das Museum. Hier arbeitet Stephen Vasser und hört von den Besuchern vor allem eine Frage. Dürfen wir in die Halle?
"Can we see that rink? They want to go to that rink."

Die Halle ist für alle offen und das "Miracle on Ice" in Lake Placid das ganze Jahr über ein Thema. Den Film hingegen gibt’s nur einmal im Jahr zu sehen - immer in der Woche des Jahrestages.

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